Alexandra Breitenberger und Lukas Schrafstetter gewinnen Bavariade 2017

 

Das 1993 ins Leben gerufene und nun zum 14. Mal ausgetragene Kraftvielseitigkeitsspektakel „Bavariade“ kürte die Sieger 2017. Zwei wesentliche Neuerungen prägten die Freiluftveranstaltung beim Stemmclub Bavaria 20 Landshut: Zum einen wurde die Disziplin „Autoziehen“ durch „Schlittenziehen“ ersetzt und zum anderen fand erstmals ein Frauenwettbewerb statt.

 

Nachdem in den Anfangsjahren Josef Zamecnik die ausschließlich männergeprägte Domäne vier Jahre lang beherrschte, gab es danach jedes Jahr einen neuen Sieger, so auch diesmal: Lukas Schrafstetter aus Neuaubing ist der neue Champion. Mit 77 von 96 möglichen Punkten setzte sich der 22-jährige Student und zweifache deutsche Meister im Kettlebellsport gegen den Koblenzer Alexander Mut (74) und Bernhard Klinger aus Neuaubing (68) durch. Titelverteidiger Sebastian Zimmermann wurde Sechster. Mit einer traumhaften Bilanz dominierte die 33-jährige Iron-Triathletin Alexandra Breitenberger (CrossFit Munich) den erstmals angesetzten Damenwettbewerb mit vier Siegen in den Einzeldisziplinen und 18 von 24 Punkten in der Gesamtwertung. Auf den Silber- und Bronzeplätzen folgten Julia Gartzke (München) und Sabrina Koenen (Neuaubing) mit 16 bzw. 14 Punkten.

Alex Breitenberger und Lukas Schrafstetter

 

Die Einführung der Damenwertung bereicherte die Veranstaltung sehr. Von den fünf gemeldeten traten vier Athletinnen an und zeigten großen kämpferischen Einsatz. Vor allem die saubere Ausführung beeindruckte.

Los ging es mit dem Baumstammstemmen. 17-mal wuchtete die nur 47,6 kg schwere Münchnerin Alexandra Breitenberger den 35 kg schweren Metall-Baumstamm über den Kopf. 11, 10 und 9 Wiederholungen schafften die Kontrahentinnen in der Reihenfolge Julia Gartzke, Lena Mayr und Sabrina Koenen.

Mit sicherem Vorsprung schob Julia Gartzke den mit 75 kg beladenen Schubkarren in 29,7 Sekunden durch den 60 m langen Parcours. Damit war sie deutlich schneller als Sabrina Koenen (34). Knapp vor Breitenberger landete Lena Mayr (43,8) auf Rang drei.

 

Julia Gartzke

Alexandra Breitenberger

Sabrina Koenen

 

Die Neuaubingerin Sabrina Koenen beherrschte das Schlittenziehen mit 12,1 Sekunden. Knapp dahinter Julia Gartzke (12,8). Bronze eroberte Lena Mayr (14,9) mit einem Zehntel-Vorsprung vor Breitenberger.

 

Alexandra Breitenberger

Alexandra Breitenberger

Alexandra Breitenberger

 

Nach dem Zwischenstand führte Julia Gartzke (10) vor Sabrina Koenen (8). Mit 6 Punkten gleichauf lagen Lena Mayr und Alex Breitenberger.

In der zweiten Wettbewerbshälfte startete Alex Breitenberger ein furiose Aufholjagd und sicherte sich in jeder Übung den Sieg. Im Seilhangeln überwand sie die Strecke in nur 8,6 Sekunden, an der Reckstange machte sie 18 Klimmzüge und die Liegestütz absolvierte sie mit 30 Ausführungen. Damit sammelte sie 18 Punkte für die Gesamtwertung. In jeweils 2-Punkte-Abstand folgten Julia Gartzke, Sabrina Koenen und Lena Mayr.

 

Siegerehrung der Frauen

 

Bei den Männern wackelte die im letzten Jahr mit 22 Wiederholungen aufgestellte Rekordmarke im Baumstammstemmen von Hans-Peter Nett (Koblenz) gleich am Anfang, da sein Schützling Jonas Mut bereits als zweiter Starter das 50 kg schwere Ungetüm 24-mal lupfte. Der Koblenzer behielt die Führung, bis der deutsche Meister und Weltmeister der Masters im Gewichtheben, Michael Winklbauer (Waldkirchen) auftrat und 25 Wiederholungen schaffte. Neuer Rekord? Zunächst ja, aber Alexander Mut als nächster Starter bezwang das Gerät auch 25-mal, wies aber ein deutlich geringeres Körpergewicht auf. Damit wurde ihm der Rekord und Sieg zugesprochen.

Das Zeitfenster der Schubkarrenfahrer lag zwischen 21,2 und 47,4 Sekunden. Der Landshuter Daniel Ginzinger legte 23,1 Sekunden vor, führte so lange, bis der auch schon 2016 siegreiche Sebastian Zimmermann an der Reihe war.

Alexander Mut

 

Erneut gelang es ihm, den Wert des Bavarianers mit 21,2 Sekunden zu unterbieten. Platz drei eroberte Alexander Mut in 27,6 Sekunden.

 

Sebatian Zimmermann

Michael Winklbauer

 

Das Schlittenziehen ersetzt ab 2017 das Autoziehen. Hier hatten so manche Athleten erhebliche Probleme. Einer schaffte es gar nicht, den mit 100 kg beschwerten Schlitten die geforderten 30 m zu ziehen. Den Sieg holte sich Michael Winklbauer in 11,3 Sekunden. Dicht auf: Sebastian Zimmermann (11,6) und Daniel Ginzinger (12,6).

 

Der Zwischenstand sah für den Titelverteidiger Zimmermann verheißungsvoll aus. Er lag mit Winklbauer mit 43 Punkten gleichauf an der Spitze, dahinter Ginzinger mit 41 Zählern.

Um es aber vorweg zu nehmen: Keiner der drei Führenden spielte bei der Medaillenvergabe am Ende eine Rolle!

 

Lombardo Noah

Aus dem Jahr 2015 stammt die Rekordmarke im Seilhangeln mit 6,97 Sekunden. Aufgestellt wurde sie vom Gesamtsieger desselben Jahres, Sergej Lebsack aus Koblenz. Die Marke des im letzten Jahr tödlich verunglückten Koblenzers unterboten drei Starter: Lukas Schraf-stetter (6,6), Stefan Große (6,5) und der nur 64 kg schwere Neuaubinger Lombardo Noah, der in Rekordzeit von 5,6 Sekunden triumphierte. In dieser Disziplin zeichnete sich ab, dass Vorjahressieger Sebastian Zimmermann seinen Titel nicht verteidigen würde können. Er stürzte vom Seil ab, musste wieder aufsteigen, verlor damit wertvolle Zeit und erreichte somit nur den 14. Platz in dieser Übung.

Überlegene Siege gab es in den beiden letzten Übungen. Die Klimmzüge wurden zu einer klaren Sache für Lukas Schrafstetter. Der Neuaubinger legte 39 Ausführungen vor und löschte damit die bisherige Bestmarke des Regensburgers Paul Hölter (34).

 

 

Vize wurde mit 27 Ausführungen Bernhard Klinger und auf Rang drei platzierte sich Matthias Hartl (26).

Der Rekord in der Liegestütz (62) von Sergej Lebsack wurde zwar nicht angetastet, aber der 27-jährige Tierarzt Bernhard Klinger hatte mit 48 Wiederholungen noch die besten Kraftreserven dieser kraftraubenden Auseinandersetzung. Lukas Schrafstetter (44) hielt als Zweiter gut mit, dahinter folgte Lombardo Noah (39).

In der Endabrechnung gaben die guten Platzierungen von Schrafstetter und Klinger in den letzten drei Übungen den Ausschlag für die Gesamtwertung. Mit Lukas Schraf-stetter erweitert ein vielseitig talentierter Sportler die Siegerliste, in der Namen zu finden sind wie Josef Zamecnik, Klaus Rost, Robert Ossner, Tobias Stadler, Alexander Denk, Paul Hölter, Lukas Rydzynski, Sergej Lebsack und Sebastian Zimmermann.

Lukas Schrafstetter

 

 

Bernhard Klinger

 

Ergebnisse/Frauen:
1.
Breitenberger Alexandra (CrossFit Munich) 18 Punkte (1-4-4-1-1-1)
2. Gartzke Julia (CrossFit Munich) 16 (
2-2-1-4-2-3)
3. Koenen Sabrina (Neuaubing) 14 (
4-2-1-2-3-4)
4. Mayr Lena (Neuaubing) 12 (3-3-3-3-4-2)

 

Siegerehrung der Männer

 

Ergebnisse / Männer:
1.
Schrafstetter Lukas (Neuaubing) 77 (6- 9- 4- 3- 1- 2)
2. Mut Alexander (Koblenz) 75
(1- 3- 6- 5- 9- 4)
3. Klinger Bernhard (Neuaubing) 68
(4- 4- 7- 16- 2- 1)
4. Heidl Christian (Waldkirchen) 63
(7- 6- 5- 6- 8- 6)
5. Winklbauer Michael (Waldkirchen) 60
(2- 5- 1- 11- 11- 12)
6. Zimmermann Sebastian (Koblenz) 58
(5- 1- 2- 14- 13- 9)
7. Ginzinger Daniel (Landshut) 55
(8- 2- 3- 4- 16- 14)
8. Hartl Matthias (Freimann) 50
(12- 14- 9- 9- 3- 5)
9. Mut Jonas (Koblenz) 50
(3- 8- 8- 13- 12- 8)
10. Noah Lombardo (Neuaubing) 48
(13- 15- 16- 1- 5- 3)
11. Große Stefan (Neuaubing) 48
(10- 13- 10- 2- 6- 13)
12. Spitzer Harald (Adlkofen) 45
(11- 10- 15- 7- 7- 7)
13. Grün Sebastian (Freimann) 37
(9- 12- 11- 12- 10- 11)
14. Dirschedl Lukas (Landshut) 31
(15- 7- 12- 8- 14- 15)
15. Jing Yi Wang (Freimann) 29
(14- 16- 14- 15- 4- 10)
16. Heber Jakob (Landshut) 21 (16- 11- 13- 10- 15- 16)

 

 

Dr. Karl Greiner

 

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