Bembel IX - Das Hundert wird voll!!!

Wieder erklang der Ruf aus Südhessen und wieder folgten die RAW-Heber des Landes diesem Ruf. Im Vorfeld zeigte sich bereits, dass mit einer hohen Teilnehmerzahl zu rechnen war. Insbesondere unsere Freunde aus Österreich ließen sich dieses Jahr nicht lumpen. Am Ende waren es 114 Athleten, darunter sieben Damen. Da sich die Heber recht gleichmäßig auf die einzelnen Gruppen verteilten, hielt die Struktur ein weiteres mal. Viel mehr dürfen es aber eigentlich nicht mehr werden, eigentlich.... Gleich vorab die entscheidende Frage: Was ist mit Bembel X? Diese Entscheidung steht definitiv noch aus, aber das Bembelkomitee war am Ende der Veranstaltung bereits recht entspannt, was diese Frage angeht. In diesem Jahr möchte ich einmal die helfenden Hände stärker in den Vordergrund stellen, denn ohne deren Enthusiasmus, wäre ein solches Event nicht möglich. Für ein Non-Profit-Event fordert diese Art von Veranstaltung den Spaß nicht nur bei den Hebern, sondern auch bei den Helfern.

Einige Veränderungen gab es auch wieder, wie bei jedem Bembel... seit 9 Jahren ist keiner wie der vorherige und das wird auch so bleiben. Es gab leider nur vier Starterinnen bei den Damen, weswegen diese Klasse wohl im Bembelprogramm keinen Platz hat. Die Damen werden sich voraussichtlich bei den männlichen Startern einreihen müssen.

Erstmals gab es ein festes Wiegeteam: Katja, Nicola unterstützt von Axel und Max wogen alle Heber aus, die vorbereiteten Startkarten waren eine große Erleichterung, wenngleich mancher Heber nicht ganz einsah, warum man nicht alle neun Versuche schon eintragen sollte. Auch die Online-Meldungen waren sehr hilfreich, da hier bereits viele Namen in die Wettkampfbogen hatten eingepflegt werden können.

Zu den Wettkampfberichten, einzelne Ergebnisse lassen sich bei www.kondraschow.de nachlesen. Hier möchte ich nur einen groben Eindruck vom Verlauf und der Stimmung wiedergeben. An dieser Stelle einmal Dank an den Bembelstatistiker Jewgenij, der auf seiner Homepage die Rekorddaten pflegt und auch die Ergebnisse archiviert.


Sascha Stendebach - Sieger bei den Junioren im Leichtgewicht

Wie in den letzten Jahren begannen die leichten Junioren mit 16 Startern. Es siegte Sascha Stendebach aus Mainz mit beeindruckenden 450 Relativpunkten und zwei neuen Bembelrekorden im Bankdrücken und Kreuzheben. Bis Platz vier gab es einen spannenden Wettkampf um die Platzierungen, den Marius Schneider aus Trier trotz 230 kg im Kreuzheben leider verlor. Die weiteren Plätze waren ebenfalls umkämpft. Viele werden in den nächsten Jahren deutlich nach vorne rücken, starteten hier doch 15-jährige Lausbuben gegen 23-jährige Familienväter. Erstmals hatte Sepp Maurer seine Höllhöhe zum Bembel anfachen können und Florian Vogl belegte mit 470 kg Platz neun, mit ein bisschen mehr Bankdrücken wäre sogar der Sprung auf Platz fünf drin gewesen.


Claudia Forster - Siegerin bei den Damen

Seine Mannschaftskameradin Claudia Forster gewann für den Club aus dem Wallfahrtsort die Damenklasse mit bärenstarken 417 Punkten und einem neuen Bembel-Rekord im Kreuzheben. Vorjahressiegerin Tamara Thomsen lieferte ebenfalls einen neuen Bembel-Rekord in der Beuge und wurde leidlich zufrieden zweite. Linnea und Avan kämpften sich durch ihre Versuche und folgten auf den Plätzen.


Moritz Kröner - Sieger bei den Junioren im Schwergewicht

Bei den schweren Junioren belegte Dennis Pusenkov von Fit und Fun Gotha erneut den zweiten Platz. Sein letzter Kreuzheber war taktisch etwas hoch angesetzt, 262,5 hätten für den Sieg gereicht... Mo Kröner konnte so mit einem Punkt Vorsprung gewinnen. Sieben Starter im Schwergewicht der Junioren sind durchwachsen. Hier fehlen die Zimmner Wilden, die mittlerweile bei den Männern heben müssen. Nur zwei Heber wogen überhaupt mehr als zwei Zentner.


Christian Wackernell & Chris Raidel

Im Gegensatz zu den ersten sieben Bembel-Men wurde das Bankdrücken dieses Mal ein absolutes Highlight. Sonst dümpelte die Einzeldisziplin recht stiefmütterlich im Programm umher. Letztes Jahr war erstmals richtig Krawall und dieses Jahr brannte die Luft. Aufgrund der zu erwartenden Leistungen wurde das Aufwärmen der Österreicher kurzerhand auf die Bühne verlegt, Chris Raidel konnte hier bereits 220 kg locker anschieben und sein Landsmann Christian Wackernell zeigte vor Wettkampfbeginn schon 240 kg. Im ersten Versuch verbesserte er den bestehenden Bembelrekord im Bankdrücken um 30 kg und die höchste Bankdrücklast aus dem KDK um 2,5 kg. Chris wurde stabil Zweiter. Sein Ziel, die fünf Zentner, konnte er heuer noch nicht erreichen. Sehr stark auch Hulin mit 225 kg auf drei. Platz vier ging an den frischgebackenen deutschen Meister Pfannstiel, der nicht schlecht schaute, was da so vor sich ging, es aber mit einem Lächeln abnickte und großen Spaß an der Sache hatte. Pechvogel der Veranstaltung war Alexandra Bossnak, der beim Aufwärmen ein unachtsamer Heber die Hantel auf die Finger geworfen hatte. Zum Glück haben sich seit letztem Jahr Daniela und Katja bereit erklärt als Bembel-Sanitäter einzuspringen und konnten schnelle Hilfe leisten, nicht das letzte Mal an diesem Tag. Hat aber funktioniert, Alexandra konnte danach noch 55kg drücken und Platz 26 erkämpfen. Danke an die beiden Mädels, das Ihr Euch da den ganzen Tag in Montur herumtreibt und „abbe“ Finger und Beine verarztet.

Damit waren die ersten drei Gruppen durch. Eine halbe Stunde Pause war nötig um die Kraftdreikampf-Männer datenmässig vorzubereiten. Wir möchten gerne auf einen Meldeschluss verzichten, aber bitte für eine eventuelle Zukunft, 5 Minuten vor Wettkampfbeginn zur Waage zu kommen ist echt etwas knapp. Man muss doch die Grenzen bis zum Brechen dehnen. Auf anderen Wettkämpfen muss man 3 Stunden vorher da sein.

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache. Der Bembel-Man war der erste RAW KDK in Deutschland. Der eigentliche Anlass des Events ist RAW heben. Viele mochten und mögen kein Equipment, deswegen gibt es diesen Wettkampf. Seit Jahren habe ich aber ständig Diskussionen um irgendwelche Ausrüstungsfragen! Was soll das sein? Wenn Ihr Ausrüstung wollt, hebt in den klassischen Verbänden, dort ist es erlaubt. Muss ich jedes Jahr um die Härte oder den Sinn von Stulpen, Bandagen und Anzügen diskutieren? Wenn Sie Euch so wichtig sind, dann ist es nicht mehr RAW!!!

Für die leichte Männerklasse hatten sich 50 Heber angekündigt, am Ende waren es 37. Diese starteten in zwei Gruppen wie im Vorjahr. Es starteten also 60 Heber in drei Gruppen. Das ganze dauerte wie geplant 6 Stunden 30 Minuten. Es wäre schneller gegangen, wenn der eine oder andere Athlet sich ein bisschen rangehalten hätte. Beim Scheibenstecken können wir keine Zeit mehr herausholen, aber es ist ärgerlich, wenn man klatschnass die Scheiben wirft und dann Paul Pillermann noch ein Tänzchen vor seinen Freunden im Aufwärmraum macht. Orientiert Euch an den erfahreneren Hebern, dann macht Ihr das meiste richtig.


Andrej Mostovenko - Sieger im Leichtgewicht

Ein solch erfahrener Heber ist Jeffrey Podzuweit aus Leipzig. Bei 82 kg Körpergewicht beugte er 232,5 kg, drückte 182,5 kg und zog starke 255 kg umso auf 450 Relativpunkte zu kommen...und Vierter zu werden. Mit brutalen 462 Punkten kam Andreas Jandorek, der stärkste Heber der Kellerkinder Kennelbach aus Vorarlberg, auf Rang drei. Nach wie vor ist ungeklärt, wer der Heber war, der maskiert an seiner Stelle im dritten Versuch 290 kg zog. Stefan Osterle war endlich mal wieder da und konnte mit seiner Leistung nicht wirklich unzufrieden sein, musste aber den Junior Mostovenko vom SV Fellbach, betreut von Sergej Moser,  an sich vorbeiziehen lassen. Dieser stellte in der Beuge, im Kreuzheben und Total neue Bembelrekorde auf und war relativ stärkster Heber des Tages mit 502 Punkten. RAW-Fan Marco Schwarz vom AV Vorwärts feierte ein Comeback und Debüt gleichzeitig und wurde 13., so wie er es mag, ohne Zubehör und doppelten Boden. Ganz toll freute sich darüber Christopher Tropea, der deswegen auf Rang 14 rutschte. Allerdings war er auch den ganzen Tag schon am Flitzen um Löcher an allen Ecken zu stopfen, sonst wäre sicher mehr drin gewesen. Ansonsten gehörte diese Klasse den Kellerkindern, die irgendwie nur noch auf der Bühne waren... mit acht Hebern in einer Klasse. Michael Zündel wäre fast der Neuregelung mit dem Beuge-Mindestgewicht zum Opfer gefallen, aber mit 45 kg wären 125 kg fast das Dreifache seines Körpergewichtes gewesen, weswegen man unbürokratisch hier eine Ausnahme machte. Der Hebe-Riese kam am Ende auf Platz 26 mit 300 Punkten. Auch in der vierten Übung konnte er abends gut mithalten. Natürlich war diese Klasse voll und die Aufwärmbedingungen können kaum optimal sein bei dieser Zahl, aber das liegt im Wesen des Bembels, man muss sich halt ein wenig arrangieren und absprechen.


Christian Poppe - Gewinner des Schwergewichts

Gegen 18.30h griffen die Hebe-Boliden ins Rennen ein. Früh war klar, dass Oggy nicht zu schlagen sein würde, selbst Top-Beuger Andy Dörner musste ihn schon in der Beuge ziehen lassen. Dies setzte sich auf der Bank fort und mit 320 kg im Kreuzheben brachte Christian auch hier die Top-Leistung. Die 340 kg gelangen leider zwei Mal nicht. Auf drei kam der Lokalmatador Phillip Gramlich, der sich für die Niederlage von 2012 revanchierte und sich mit 305 kg im Kreuzheben aufs Podest zwängte, sogar eine Bankbestleistung sprang für ihn heraus. Knapp geschlagen wurde Andy Dörner, der aber endlich wieder ins Geschehen eingreift.


Marc Grasser - Gewinner des Holger-Kuttroff-Pokals

Platz zwei ging an Marc Grasser, der seinen Vorjahrestriumph nicht wiederholen konnte, aber erneut sehr präzise steigerte und Punkte sammelte. Er war es auch, der den Holger-Kuttroff-Pokal verliehen bekam, da seine ruhige und freundliche Art während des Wettkampfs die Jury überzeugte. Damit ging dieser Ehrentitel das erste Mal in die Heimat des verstorbenen Namensgebers dieser Ehrung. Als die bekannten Töne von „somewhere over the rainbow“ erklangen, waren bei manchem die Tränen nicht zurückzuhalten, auch Marc war sichtlich gerührt. Gerade im Schwergewicht finden sich viele Stammheber, die immer wieder den Weg zu diesem RAW-Event finden.

Martina Kuttroff ließ es sich nicht nehmen bei der Siegerehrung als Ausschenkbeauftragte ihr Scherflein beizutragen. Hans und Olaf führten durch die geraffte Siegerehrung, dem Wunsch der Heber entsprechend, dass dies bei 114 Hebern seine Zeit dauert versteht sich von selbst. Es ist für uns aber völlig ausgeschlossen nur die ersten Drei zu ehren, wie es bei anderen Powerliftingveranstaltungen dieser Größe gemacht wird. Um 23.30 Uhr war die Bembel-Kuh vom Eis. Danach folgte die vierte Disziplin, die geordnet und diszipliniert zur Neige gebracht wurde. Auch für die Anzahl der Übernachtungen gab es dieses Jahr eine Rekordzahl, die mir aber irgendwie völlig entfallen sein muss.

Üblicherweise schreibt man nun, wie sehr man sich bei allen Helfern bedankt und dass der Platz nicht ausreicht sie namentlich zu nennen. Hier nennen wir sie jetzt mal alle und wenn einer fehlt, bitte melden, natürlich kann da jemand vergessen worden sein:

Freie Bembel-Crew:
Rosi, Veronika M., Daniela N., Katja S., Katja H., JVK, Max L., Francesco V., Markus S., Rene K., Sascha S., Marc B.

AC Siegfried Darmstadt:
Stephan A., Ralph T., Felix E., Felix S., Atze M., Markus H., Mo, Marvin R., Roberto A., Nicola T. Katja H., Axel H., Steffen M., Malte R., Marc J., Eisenschrat, Sebastian K.

AV Vorwärts Groß Zimmern:
Dieter H., Steffan L., Avan W., Vincent P., Dominik S., Annika R., Anna B., Robin D., Fr. Dietrich / Volker R., Phillip G., Phillip H., Herbert H., Manfred S., Christopher T., Gert S., Dirk L., Gustav M., Sabrina H.

OrgaTeam:
Olaf, Fritz, Michael, Hans, Achim

Man sieht also 53 Helfer waren direkt an diesem Event beteiligt. 53 Frauen und Männer, die Euch für diesen Tag Ihre Zeit geopfert haben. Für zwei Heber ein Helfer. Die zum Teil Wochen vorher bereits geplant, gesägt, getippt, geräumt, telefoniert, getragen, gekauft, gefeilscht, geklebt, gedruckt, geschraubt usw. haben. Der Bembel-Man IX stellte alle bisherigen Bembel in den Schatten. An ein solches Ausmaß hatte 2005 keiner gedacht. Jeder hat so seine eigene Vorstellung, was dieses Fest darstellt. Für uns Veranstalter ist der Kerngedanke allerdings nach wie vor derselbe: Starke Männer treffen sich auf einer Wiese, um schwere Sachen zu heben als wäre es das allererste Mal. Der Spaß und die Freude sollen dabei unbedingt im Vordergrund bleiben. Viele fordern mehr Ernsthaftigkeit, mehr Kampfrichter oder ein schärferes Regelwerk. Solche Wettkämpfe gibt es zur Genüge, der Bembel-Man soll kein solcher werden.

Feedback ist nach wie vor erwünscht, Verbesserungen gibt es immer. Bitte nehmt Euch die Zeit. Wir haben kein Problem mit konstruktiver Kritik. Was dann letztlich umgesetzt wird, zeigt sich gegebenenfalls im Folgejahr.

 

A.Kircher, AC Siegfried Darmstadt

 

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