Bericht zur Deutschen Meisterschaften der Jugend, Junioren und Aktiven im Bankdrücken 2016

Am 26. November 2016 fanden in Oberölsbach die Deutschen Meisterschaften im Bankdrücken der Jugend, Junioren, Aktiven und Senioren im Equipmentbereich statt. Erstmalig waren alle Altersklassen zusammen bei einer Meisterschaft am Start, was aber aufgrund dessen, dass die Weltmeisterschaften nun auch für alle Altersklassen zum gleichen Termin stattfinden Sinn macht. Mein Bericht befasst sich mit den Jugend, Junioren und Aktiven, für welche ich verantwortlich bin. Auf alle Altersklassen bezogen gingen insgesamt 172 Athletinnen & Athleten an den Start.

Bei den Jugendlichen, Junioren und Aktiven starteten insgesamt sieben Frauen. Allerdings waren nur Aktive, keine Jugendliche und keine Juniorin am Start. Bei den Männern starteten insgesamt 62 Athleten, davon 23 Jugendliche (A und B), 17 Junioren und 22 Aktive.

Bei den weiblichen Aktiven traten, wie schon erwähnt, leider nur sieben Athletinnen, verteilt auf vier Gewichtsklasse an. In der Klasse bis 52 kg konnte Sabrina Boy (SV Motor Eberswalde) mit 62,5 kg den DM-Titel gewinnen. Rosina Polster (SC Oberölsbach) startete dieses Mal in der Klasse bis 63 kg und konnte mit 95 kg ebenfalls sich den DM-Titel sichern. Die meisten Frauen, nämlich vier, starteten in der Klasse bis 72 kg und diese Klasse hatte es auch in sich. Mit 130 kg konnte sich hier Cathrin Silberzahn (Schwinger-Club 2006) den verdienten DM-Titel holen. Sie startete noch in der Vorwoche bei der WM im KDK in Orlando, ließ es sich aber nicht nehmen auch auf der DM zu starten. Den Vize-Meistertitel konnte sich Ina Scholz (KBV Bautzen) mit gedrückten 120 kg sichern. Bronze ging an Katja Broxtermann (Sanssouci Gym Potsdam e.V.), welche 107,5 kg in die Wertung brachte. In der Klasse plus 84 kg konnte Silvia Krüger (Fitness-Club Rhein-Main Rüsselsheim) mit gedrückten 110 kg sich den DM-Titel sichern. Die Relativwertung der Frauen konnte sich mit 130,62 Relativpunkten Cathrin Silberzahn sichern. Den 2. Platz belegte Ina Scholz mit 123,86 Relativpunkten und der 3. Platz ging mit 106,11 Punkten an Katja Broxtermann.

Bei der männlichen B-Jugend traten insgesamt zwölf Athleten an. Tobias Konradi (SV Quitt Ankum) konnte mit gedrückten 140 kg in der Klasse bis 93 kg die beste Relativleistung mit 92,61 Relativpunkten erreichen. Gefolgt wurde er von Timo Geserer (Hantelsport-Club Pfatter e. V.), der mit gedrückten 112,5 kg in der Klasse bis 74 kg auf 84,26 Relativpunkte kam. Der drittbeste B-Jugendliche war Max Stark (SC Oberölsbach), der mit gedrückten 122,5 kg in der Klasse bis 83 kg auf 83,04 Relativpunkte kam.

Bei der männlichen A-Jugend traten insgesamt elf Athleten an. Die relativ beste Leistung konnte hier Max Friedrich (Kraftsportfreunde Erzgebirge e.V.) mit gedrückten 142,5 kg in der Klasse bis 83 kg und 95,43 Relativpunkten erreichen. Auf dem 2. Relativrang lag Ergjan Pushkolli (SV Quitt Ankum), der mit gedrückten 140 kg in der Klasse bis 83 kg auf 94,23 Relativpunkte kam. Der drittbeste A-Jugendliche war Tim Telscher (SV Quitt Ankum) der mit gedrückten 130 kg in der Klasse bis 74 kg auf 93,51 Relativpunkte kam.

Insgesamt 17 männliche Junioren traten an. In der Klasse bis 59 kg konnte Dominik Bogensperger (KSC II Amberg) mit gedrückten 127,5 kg gewinnen. Die Klasse bis 66 kg ging mit gedrückten 115 kg an Maximilian Geitner (SC Oberölsbach). Die Klasse bis 74 kg konnte Alex Osipenko (KSV Renchtal) mit gedrückten 167,5 kg für sich entscheiden. In der Klasse bis 83 kg gewann mit gedrückten 190 kg Edgar Bechthold (KSV Lippe Bad-Salzuflen). Die Klasse bis 93 kg war die umkämpfteste Klasse bei den Junioren. Hier konnte sich mit 220 kg Franz Graaf (AC Amberg e. V.) den DM-Titel sichern. An einem neuen deutschen Juniorenrekord von 233 kg scheiterte er knapp. Silber ging mit gedrückten 210 kg an Christian Flueras (Sanssouci Gym Potsdam e. V.). Die Bronzemedaille konnte Marvin Schmid (Kraftsport Lauter) mit gedrückten 195 kg sich sichern. Den DM-Titel in der Klasse bis 105 kg konnte sich Eric Stockdreher (Herrnburger Athletenverein) mit gedrückten 162,5 kg sichern. Mit 257,5 kg konnte Daniel Härter sich souverän den DM-Titel in der Klasse bis 120 kg sichern. Er wog allerdings nur 107,15 kg, womit er auf eine Relativleistung von 152,80 Punkten kam und damit auch souverän die Relativwertung der Junioren gewann. Den 2. Platz in der Relativwertung belegte Franz Graaf mit 138,49 Relativpunkten vor Christian Flueras mit 132,51 Relativpunkten.

Bei den männlichen Aktiven traten insgesamt 22 Athleten an. In der Klasse bis 59 kg konnte Dmitri Filipov (KSV Lippe Bad-Salzuflen) mit 140 kg den DM-Titel gewinnen. Die Klasse bis 83 kg war fest in der Hand von Kaderathlet Raik Günterberg (SV Großräschen), der mit gedrückten 235 kg souverän gewann. In der Klasse bis 93 kg startete Kaderathlet Michael Hildebrandt (Gothaer Bierfassheberverein e. V.) zwar allein, aber die gedrückte Leistung ließ jeden Zweifel verfliegen, dass er der beste deutsche Bankdrücker in dieser Gewichtsklasse ist. Er konnte mit 278 kg einen neuen Deutschen Rekord aufstellen, der bis dahin vom ehemaligen Weltmeister im Bankdrücken Jan Bast gehalten wurde. Ein weiterer Versuch mit 282,5 kg scheiterte knapp, aber hier werden wir in Kürze ganz andere Zahlen lesen können. Die Klasse bis 105 kg war die am stärksten besetzte Aktivenklasse. Mit einem Körpergewicht von nur 93,9 kg konnte hier Uwe Schmutzler (SG Fortschritt Eibau e. V.) mit gedrückten 275 kg den DM-Titel gewinnen. Die Silbermedaille ging mit ebenfalls sehr guten 265 kg an Frank Barthel (SV 1956 e. V. Großkochberg) und die Bronzemedaille ging mit 245 kg an Mirko Vahl (Greifenpower e. V.). Einen Sahnetag erwischte in der Klasse bis 120 kg René Groß vom SV Motor Barth. Mit 3 gültigen Versuchen von 280 kg, 287,5 kg und 292,5 kg legte er hier einen ausgezeichneten Wettkampf hin und konnte sich verdient den DM-Titel sichern. In der Klasse plus 120 kg konnte Claus Piechatzek mit gedrückten 270 kg sich seinen 1. DM-Titel sichern. Er scheiterte im Zweit- und Drittversuch knapp an 290 kg. Silber ging mit 265 kg an Nico Ziegler (USV TU Dresden). Nur eine Woche nach seinem Deutschen Alltime-Rekord bei der WM in Orlando mit 1060 kg im Kraftdreikampf startete Kevin Jäger (AC Siegfried Darmstadt) außer Konkurrenz. Er wollte an diesem Tag Geschichte schreiben und das höchste Gewicht drücken, welches je innerhalb der IPF gedrückt wurde. Mit 402 kg in den ersten beiden Versuchen kam er aber nicht vernünftig auf die Brust und die 409 kg im Drittversuch waren dann zu schwer. Ich bin mir aber sicher, dass Kevin diese Lasten in Zukunft drücken wird.

Fazit:

Der SC Oberölsbach richtete unter der Leitung von Rosina Polster & Marc Bielau und ihrem Team eine erstklassige Meisterschaft aus, an der es an nichts fehlte. Der Zeitplan passte von Beginn an bis zum Schluss und die Wettkampfstätte, die Wettkampfbedingungen sowohl die Verpflegung waren erstklassig und einer Deutschen Meisterschaft mehr als würdig.

Wie schon in den Vorjahren war auch in diesem Jahr zu erkennen, dass wir, zumindest im Equipmentbereich, ein Nachwuchsproblem haben. Wie im Vorjahr waren nur 40 Jugendliche und Junioren am Start, vor drei Jahren waren es noch 90 Jugendliche und Junioren.

Es bleibt abzuwarten, wo hier die Reise hingeht. Ich gehe aber davon aus, dass sich dieser Trend nicht großartig ändern wird, sondern eher der Nachwuchs im Classic-Bereich, wenn überhaupt, Fuß fassen wird. Dass wiederum auch nur 22 Aktive am Start waren, ist auch alles andere als positiv. Man sieht auch hier nur wenige neue Gesichter, die Athleten verschieben sich nur in den Altersklassen nach oben. War vor 2 – 3 Jahren noch die AK I sehr gut besetzt, so ist es nun die AK II. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass durch die Zusammenlegung aller Altersklassen und dem mir völlig unverständlichen Verbot eines Doppelstarts viele AK I bzw. AK II Athleten, welche durchaus ein gewichtiges Wort bei den Aktiven mitspielen können, hier gezwungen werden, sich für eine Altersklasse zu entscheiden. Mein schon seit mehreren Jahren vorgebrachter Vorschlag, hier wie andere Nationen zu handeln und eine Open-Wertung einzuführen, in welcher alle Altersklassen nochmals zusätzlich zusammengewertet werden und damit den wahren Deutschen Meister zu ermitteln, verpufft im verstaubten und veralteten System. Ich verweise hier gerne mal zum Vergleich auf die Ergebnisliste der USAPL, dem amerikanischen Verband der IPF, welche in diesem Jahr bei ihrer nationalen Classic-Meisterschaft im KDK z. B. durch diese Wertung in der Klasse bis 93 kg insgesamt 80 Athleten am Start hatten. Selbstverständlich wurde jeder Athlet unabhängig in seiner Altersklasse gewertet, aber eben auch in der Open-Wertung, so dass dieser Titel dann auch den dementsprechenden Wert hat. So hätten wir z. B. bei dieser Klasse in der Klasse bis 93 kg nicht nur einen Athleten am Start gehabt, sondern 28, was der ganzen Meisterschaft und dem DM-Titel einen deutlich höheren Wert zukommen lässt und kein Athlet würde benachteiligt, da es ja die Altersklassen trotzdem gäbe. Aber hier treffe ich ja nach wie vor auf verschlossene Türen.

 

Markus Schick
Referent für Bankdrücken der Jugend, Junioren und Aktiven im BVDK e. V.

Neuen Kommentar schreiben

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Um Spam zu vermeiden, beantworten Sie bitte die Frage.
Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de