Norddeutsche Meisterschaften 2017 im Kraftdreikampf in Preetz

Der Preetzer TSV war am vergangenen Wochenende (30. September 2017) Ausrichter der diesjährigen norddeutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf. Ziemlich erstaunt war Lutz Jarre, der verantwortliche Abteilungsleiter des Vereins, als er zum Meldeschluss feststellen konnte, dass sich insgesamt 67 Teilnehmer aller Altersklassen (11 weibliche und 56 männliche) aus den Vereinen, die in der Gruppe Nord Kraftdreikampf betreiben, ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet hatten. Diese große Teilnehmerzahl war für alle ein wenig überraschend, für den Preetzer TSV zudem noch eine logistische Herausforderung, war doch das Interesse an einer norddeutschen Meisterschaft im KDK in den letzten Jahren nicht ganz so groß gewesen. Gleichwohl war es aber schon ein bisschen vorhersehbar, waren doch schon zur Nordliga KDK im Juli in Greifswald 15 Mannschaften mit insgesamt 58 Sportler/innen angetreten.

Eine gewisse leichte Panik breitete sich beim ausrichtenden Verein und bei den Verantwortlichen der Gruppe Nord aus, denn wenn davon ausgehen würde, dass bei 67 Teilnehmer/innen über 600 Versuche hätten bewertet werden müssen, man durchaus von einer Wettbewerbsdauer von bis zu 13 Stunden hätte ausgehen müssen.

Das wäre für alle Beteiligten in hohem Maße unzumutbar gewesen, vor allen Dingen für die aktiven Sportler/innen, die teilweise Anreisefahrten von bis zu 400 km hinter sich gebracht und wieder vor sich gehabt hätten, für die Scheibenstecker, die Kampfrichter/innen und all das sonstige Personal, das ja bekanntermaßen für einen Kraftdreikampf organisatorisch notwendig ist.

Also haben sich alle Beteiligten nach vorheriger Abstimmung mit dem BVDK kurzfristig entschlossen, die Zahl der Versuche bei den 3 Teildisziplinen von 3 auf 2 zu reduzieren, was bei fast allen Beteiligten großen Beifall fand.

Nun zu den sportlichen Dingen: Wie es nach Meldeschluss fast üblich ist, erfolgten aus den verschiedensten Gründen noch etliche Absagen. so dass sich letztendlich am Wettkampftag in der altehrwürdigen Wilhelminenhalle in Preetz 56 Sportler/innen, davon 51 RAW und nur noch fünf mit Equipment, zum Wettkampf einfanden. Aufgeteilt in vier Gruppen konnten die drei Teildisziplinen, bewertet von einem erfahrenen Kampfrichterteam, in wenig mehr als sieben Stunden erfolgreich zu Ende geführt werden. Fleißige Scheibenstecker aus der Gewichthebergruppe des Preetzer TSV und eine rührige Veranstaltungssprecherin haben wesentlich zu einem zügigen Ablauf beigetragen.

Letztendlich konnten 45 Sportler/innen ihren Wettkampf erfolgreich zu Ende bringen, 11 weitere patzten bei einer der Teildisziplinen. Etliche Landesrekorde und norddeutsche Meisterschaftsrekorde konnten verbessert werden. Die Sportler/innen aus Niedersachsen konnten in den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen insgesamt 16 Titel, die Sportler/innen aus Mecklenburg-Vorpommern sieben Titel, für Berlin gab es einen Titel und Schleswig-Holstein holte mit den Vereinen Schleswig 06 und dem Gastgeber Preetzer TSV insgeamt sieben Titel. Der beste RAW-Heber relativ kam aus Barth, nämlich Jan Bast, (720 kg, 450 Relativpunkte), gefolgt von Marcel Boeglin aus Herrnburg (600 kg, 436,26 Relativpunkte). Bester Equipmentheber relativ war Nicolay Klass aus Todtglüsingen, als beste RAW-Heberin relativ zeichnete sich Melanie Wirtz aus Hannover aus (340 kg, 331,84 Relativpunkte).

Fazit: Es war in Preetz eine gut organisierte Veranstaltung in angenehmer und freundschaftlicher Verbundenheit unter allen Beteiligten. Dafür gebührt Lutz Jarre und seinen Helfer/innen ein herzlicher Dank. Es ist heutzutage ja nicht mehr so einfach einen Ausrichter für ein solch großes Event zu finden, denn es hat den Anschein, dass mit der Einführung der RAW-Wertung das Interesse am Kraftdreikampf in erheblichem Maße gestiegen ist, das belegen eindeutig die Meldelisten.

Einziger „Wehrmutstropfen“ - wenn man es mal so bezeichnen möchte -, war die Enge im Kraftraum des Preetzer TSV, der im Prinzip für solche großen Veranstaltungen einfach zu klein ist. Gerade auch mit Blick darauf, dass die Abteilung Gewichtheben im Preetzer TSV ständig neue Mitglieder im Gewichthebern und Kraftdreikampf zu verzeichnen hat, wäre eine angemessene Vergrößerung des Raumes sinnvoll, zumal der Raum mit gutem und hochwertigem Hantelmaterial ausgestattet ist. Es wäre schön, wenn die Stadt Preetz und die Kommunalpolitik sich der Problematik einmal annehmen würden.

Ausdrücklich bedanken möchte ich mich auch bei den Kampfrichtern Ines Urbanek, Hans-Peter Falk und Karl-Heinz Voscul für ihre gerechte Bewertung der Versuche, sowie bei Kerstin Klawitter-Thomsen, die den Wettkampf als Veranstaltungssprecherin fachlich versiert und launig begleitet hat.

 

Jens-Uwe Bornhöft
Vorsitzender der Gruppe Nord

Neuen Kommentar schreiben

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
Um Spam zu vermeiden, beantworten Sie bitte die Frage.
Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de