Bayernligasaison Kraftdreikampf 2016

Die Kraftdreikampfsaison in Bayern hatte ihren ersten Höhepunkt. Wieder haben sich neun Mannschaften zur finalen Rückrunde schon fast traditionell beim Stemmclub in Landshut eingefunden, wenn auch einige mit Verspätung. In den Medaillenrängen fanden sich altbekannte und auch neue Gesichter wieder.

STC Bavaria Landshut

Der Stemmclub konnte wie zu erwarten war, seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Gastheber Jewgenij Kondraschow trat kurz nach seinem 1000 kg Total auf den deutschen Meisterschaften noch einmal an und konnte mit einem lockeren Start 471 Relativpunkte beisteuern. Andreas Gerdt scheint sich nach seiner schweren Schulterverletzung wieder erholt zu haben und bot neun saubere Versuche, die nach mehr aussahen und dazugehörige 436 Relativpunkte. Auch Wolfgang Strassers Rücken spielt wieder mit. Auch im zweiten Kampf zeigte er schöne Versuche und sogar eine Bankdrückbestleistung. Mit knapp 430 Relativpunkten zeigte auch er eine solide Leistung. Altmeister und Bankdrückspezialist Klaus Semskij steigerte sich im Kniebeugen und Kreuzheben und schob abermals 250 Kilogramm zur Hochstrecke, was am Ende 415 Relativpunkte wert war und damit der Streichwert. Mit 1336 Relativpunkten hatten die Niederbayern zwar zehn Zähler weniger wie in der Hinrunde, trotzdem war der Gesamtvorsprung von über 180 Punkten nie wirklich in Gefahr.

TSG Augsburg

Die Schwaben haben es endlich geschafft: Silber mit der Mannschaft in Bayern. Wichtigster und sicherster Mann war dafür wieder einmal Daniel Eckert. Mit neun blitzsauberen Versuchen und stattlichen 451 Relativpunkten steuerte er die höchste Punktzahl für die TSG bei. Gabor Farkas erholt sich langsam aber stetig mit ordentlichen 700 kg im Total. Er sicherte der Mannschaft 436 Zähler. Wie wichtig ein Mannschaftsführer sein kann, zeigte einmal mehr Maximilian Ernst, da Drazen Boksic nach seinem Loch in Schrobenhausen nun noch ein „Doppelloch“ schob, kam er mit 373 Relativpunkten in die Wertung. So gab die TSG mit sicherem Abstand von wiederum mehr als 70 Punkten Silber nicht mehr aus der Hand.

KSC Frauenau

Die Woidler zeigen wieder was sie können. Der frisch gebackene Vater Michael Herzog zeigte wie gewohnt riskante aber auch effektive Versuche und legte den Grundstein für das langersehnte Edelmetall für die zweite niederbayerische Mannschaft mit 451 Relativpunkten. Wie der neue eine Mannschaft verändern kann, so oder so ähnlich kann man den Einstand von Simon Reichmeier beschreiben. Mit eben einmal 740 kg konnte er stolze 438 Relativpunkte für den KSC erreichen. Michael Hofbauer und Lothar Pritzl zeigten gute und vor allem viele gültige Versuche, die den Vorsprung von gut 30 Punkten auf die Bundesligareserve des SC Oberölsbach sicherten.

SC Oberölsbach II

In der zweiten Mannschaft der Oberpfälzer gab Anja Schreiner früher als geplant ihr Comeback nach der schweren Schulterverletzung. Dies ergab sich aufgrund eines Ausfalls im Quartett und bot zudem noch den Hauch einer Chance auf das Stockerl. In ganz leichtem Equipment zauberte sie schon wieder beachtliche 450 Relativpunkte auf die Bühne. Bastian Grüner zeigt weiter aufsteigende Form und gewinnt mit jedem Versuch an Sicherheit. 425 Relativpunkte konnte er dieses Mal zum Mannschaftskonto beisteuern. Rosina Polster legte zu den deutschen Meisterschaften noch einmal eine Schippe drauf und bot mit 7,5 kg bzw. sieben Relativzählern sichere 407 Relativpunkte die drittstärkste Leistung im Team. Das Novum für den SCO II machte Matthias Kürzinger perfekt. Auch er schaffte die Marke von 400 Relativpunkten und somit blieb erstmals kein Heber unter dieser berühmt berüchtigten Grenze. Trotz alle dem hieß es in 2016 nur „Blech“.

ESV München Neuaubing II

Mit einer Mischung aus jung, alt, equipt und raw bot der ESV auch der zweiten Garde wieder eine Plattform. Phuoc Le Huu nahm diesen Wettkampf als Vorbereitung für die Bundesligabegegnung in der Folgewoche. Alle sieben gemachten Versuche waren gültig und so gab es 421 Relativpunkte fürs Mannschaftskonto. Guido Meier musste nun fast 50 Jahre darauf warten, aber in Landshut sollte es endlich soweit sein, mit acht gültigen Versuchen fielen die ersehnten 400 Relativpunkte und das mit sauber gezogenen 270 Kilogramm. Komplett raw hob Tobias Unger. Mit 372 Relativpunkten zeigte er eine gute Grundlage für eventuell bald höhere Aufgaben. Mit leichten körperlichen Blessuren und einigen Kopfblockaden ließ Franzi Altschäffl wieder einmal etliche Kilos liegen, aber langsam und sicher geht es stetig bergauf. Im Total konnten sie sich so Platz fünf sichern und damit quasi den Mittelpunkt der Liga bilden.

SC Oberölsbach III

Als reine Jugend- und Juniorenstaffel ging die dritte Mannschaft des SC Oberölsbach an den Start und trotzdem ließen sie noch drei Mannschaften hinter sich. Kevin Litwitz war dieses Mal der stärkste Heber der Mannschaft. Mit knapp 410 Relativpunkten zeigt auch er eine immer bessere Form und schon bald kann ein Bundesligastart für ihn in Frage kommen. Matthias „Matze“ Wunderlich vertrat zum zweiten Mal als Gastheber die Farben des SC Oberölsbach. Mit einem neuen bayerischen Rekord in der Kniebeuge und im Total bescherte er der Mannschaft starke 400 Relativpunkte. Maximilian Geitner steigerte sich ebenfalls zur Vorrunde und überzeugte mit 367 Relativpunkten. Johannes Meier legte in diesem Wettkampf die Grundlage für neue persönliche Bestleistungen. Nach nun hoffentlich überstandenen Rückenproblemen hapert es zwar noch in der Kniebeuge, aber im Bankdrücken und Kreuzheben leistete er sich keinen Fehlversuch. Mit nur sieben Punkten Rückstand auf die „Zweite“ vom ESV gab es Platz sechs in dieser Saison.

HSC Pfatter

Mit Verspätung zum Wettkampf erschienen, wurde das sportliche leider auch nicht viel besser. Das Beste aus dem Wettkampf machte noch Thomas Geserer. Mit neun gültigen Versuchen und technischen Verbesserungen konnte er 367 Relativpunkte verbuchen. Immer noch mit den Klamotten zu kämpfen hat Anton Grafenauer. Nur ein Versuch in der Beuge wollte gelingen und auch auf der Bank und im Kreuz ließ er sich noch Reserven. 360 Relativpunkte waren das Resultat an diesem Tag. Fritz Mandel erfuhr erst am frühen Morgen von seinem Start, entsprechend unvorbereitet ging er in den Wettkampf und blieb mit 270 Relativpunkten deutlich unter seinen Möglichkeiten. Jürgen Gmach machte seinen ersten Wettkampf für die Pfatterer und zeigte, dass technisch schon einmal einiges Möglich ist. An diesem Tag waren es aber lediglich 1007 Relativpunkte für den HSC und somit gesamt Rang sieben.

ACO Schrobenhausen II

Die zweite Mannschaft vom AC Olympia überholte im Schlussspurt noch die eigene erste Mannschaft. Trotz eines deutlichen Defizits von rund 70 Zählern im Vergleich zur ersten Runde distanzierten sie den ACO I um 15 Zähler. Stärkster Heber war an diesem Tag Florian Meyer mit 313 Relativpunkten.

ACO Schrobenhausen I

Auch die erste Mannschaft des AC Olympia verlor deutlich an Punkten im Gegensatz zum Heimkampf in Schrobenhausen. Bester Mann im Team war Kevin Kaltenecker mit 336 Relativpunkten. Besonders erwähnenswert ist hier das lediglich ein Versuch von den absolvierten 36 ungültig war. Mit 841 Relativpunkten reichte es aber an diesem Tag und auch in der Gesamttabelle nur zum letzten Platz.

Jugend und Juniorenwertung

SC Oberölsbach III

Extra für diese Wertung angetreten und auch ins Leben gerufen, wurde die dritte Mannschaft des SC Oberölsbach. Je zweimal in die Wertung kamen Kevin Litwitz und Matthias Wunderlich, der als Gastheber fungierte. Zusammen mit dem AC Bavaria Forchheim wurde es eine schlagkräftige Truppe. Ebenfalls mit am Start waren Maximilian Geitner, Johannes Meier und Daniel Rackl. So gewannen sie mit 1574 Relativpunkten vor dem Titelträger des letzten Jahres und so trägt sich nun auch der SCO in die Listen des Wanderpokals ein.

HSC Pfatter

In erster Linie für die Jugend und Junioren angetreten, aber auch mit aktiven Hebern verstärkt. ging der bayerische Jugend- und Juniorenmeister 2015 in dieser Saison an den Start. In die Wertung kamen hier Fritz Mandl Thomas Geserer und zwei Mal Anton Grafenauer. Mit 1412 Relativpunkten blieb in diesem Jahr noch Silber über.

Fazit

Die Saison 2016 ging mit neuen Gesichtern im Wettkampf und neuen Gesichtern auf dem Stockerl zu Ende. Der Stemmclub untermauerte seine Vormachtstellung in Bayern. Nun schon zum zweiten Mal gewannen sie den Titel und nun sollten sie sich doch stark überlegen, ob nicht endlich wieder ein Start in der Bundesliga möglich ist. Schließlich haben sie diese damals mitbegründet und als „der“ bayerische Verein sollte dies auch machbar sein. Die Augsburger haben gezeigt, dass es schwer ist, aber auch, dass mit einem minimalistischen Kader durchaus Erfolge eingefahren werden können. Der ACO Schrobenhausen ging gleich mit zwei Mannschaften in der Debutsaison an den Start und richtete sogar die erste Runde inklusive allem was dazu gehört (neuem Kombi, Hantel usw.) aus. Herzlichsten Dank dafür! In der Jugend- und Juniorenwertung schafften es leider nur zwei Mannschaften ein volles Team zu stellen. Der ESV München Neuaubing und die beiden Schrobenhausener Mannschaften schafften es zumindest drei Resultate zusammen zu bringen. Hier würde ich mir wünschen, dass die Teams mehr Wert darauf legen, um gerade unseren Nachwuchs zu fordern und zu fördern. Zum Schluss noch ein Appell an die etablierten und hoffentlich auch neuen Mannschaften: Denkt daran, dass die Wettkämpfe ausgerichtet werden müssen und vor allem dass wir immer Kampfrichter für die einzelnen Veranstaltungen benötigen. Es muss nicht immer der eigene Kampfrichter sein, auch der Nachbarverein kann einmal aushelfen, das stellt keinerlei Probleme dar. Bei Fragen und Anregungen scheut euch nicht diese auch zu stellen.

Bis zur neuen Saison 2017 wünsche ich euch ein erfolgreiches Training mit guten Steigerungen und möglichst vielen Mannschaften für die neue Ligasaison 2017.

 

Marc Bielau

 

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de