Bericht über die Deutschen Meisterschaften im Kreuzheben bei SC Oberölsbach

Die kleine oberpfälzische Gemeinde Unterölsbach war am 28. November 2015 der Austragungsort der diesjährigen deutschen Meisterschaften im Kreuzheben aller Altersklassen. Der Wettkampfhalle war wie immer bestens präpariert und viele Helfer in allen Bereichen – vom Scheibenstecker bis zu den Helfern beim Getränke- und Essensverkauf – sorgten sich um das Wohl aller Teilnehmer. Trotz der doch sehr großen Anzahl an Meldungen war auch der Zeitplan minutiös geplant und wurde stets eingehalten. Die Einteilung der Kampfrichter wurde von Wolfgang Steidle bestens durchgeführt.

Mit insgesamt 191 Meldungen war die Teilnehmerzahl wie in den Vorjahren wiederum sehr erfreulich. Letztendlich waren dann 167 Athleten (davon 40 Frauen und 127 Männer) am Start. Das Leistungsniveau war außerordentlich hoch; wurden doch nicht weniger als 31 deutsche Rekorde (11 Equipped/20 Classic) aufgestellt.

Frauen – Jugend B

Die mehrfache Weltmeisterin Sonja Stefanie Krüger vom FC Rhein-Main Rüsselsheim zeigte in der Klasse bis 63 kg mit dem deutschen RAW-Rekord von 143 kg ihr Können und war mit 157,80 Punkten beste ihrer Altersklasse.

Frauen – Jugend A

Leider waren bei der A-Jugend der Frauen nur zwei junge Damen am Start. Beste Heberin war Carolina Haag von der TG Landshut in der Klasse bis 57 kg und gültigen 85 kg.

Frauen – Junioren

Auch bei den Juniorinnen waren ebenfalls nur zwei Sportlerinnen am Start. Hier präsentierte sich Anne Jasmin Scholz vom Powerlifting Lauchhammer in der Kategorie bis 63 kg mit dem deutschen Rekord von 160 kg und 173,29 Punkten in ausgezeichneter Form.

Frauen – Aktive

Überragende Athletin bei den Frauen war Ana Geitner von der USV TU Dresden, die eigentlich schon der Seniorenklasse I angehört und mit 147,5kg - mehr als das 3 1/2-fache ihres Körpergewichts! – neue deutsche Rekorde sowohl in der Aktiven-, wie auch in der Altersklasse I aufstellte. 214,02 Relativpunkte sind eine absolute Weltklasseleistung. Einen Supertag erwischte auch Silvia Stütz vom KSV Langen in der Klasse bis 72 kg mit neuer persönlicher Bestleistung von 200 kg und 203,48 Punkten. Eine überzeugende Vorstellung gab auch Nadia Otter vom TSV Heiligenrode bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft mit ihrer RAW-Leistung von 215 kg und 192,12 Relativpunkten in der Klasse bis 84 kg.

Frauen – AK I

Beste Athletin der Altersklasse I war Simone Brandt von SV Rotation Langenbach in der Klasse bis 63 kg mit einer gehobenen Last von 160 kg und 177,79 Punkten. Nur knapp geschlagen geben musste sich die Siegerin der Mittelgewichtsklasse bis 72 kg, Susanne Küttler, mit 180 kg (DR) und 176,83 Punkten.

Frauen – AK II

Auch Andrea Lange vom TV Röhlinghausen hatte sich bestens auf diesen Wettkampf vorbereitet und hob in der Gewichtsklasse bis 72 kg mit 160/170/172,5 kg insgesamt drei deutsche Rekorde. Mit 173,43 Relativpunkten lag sie knapp vor Pia Kring vom AC Power Elite Haiger, die in der Kategorie bis 57 kg eine Last von 142,5 kg hob und auf 166,73 Punkte kam.

Frauen – AK III

Einzige Teilnehmerin der Altersklasse III war Anita Thimm vom KSV Langen, die für sich in der Klasse bis 63 kg beachtliche 130 kg verbuchen konnte.

Männer – Jugend B

Gesamtsieger bei der B-Jugend wurde Dominik Wegener vom KKSV Sonneberg mit 102,5 kg und 116,21 Punkten in der Klasse bis 53 kg mit nur geringem Abstand vor Daniel Hupfauer vom TSV Burgau, der eine Klasse höher mit 130 kg in die Wertung kam und 115,36 Punkte für sich verbuchen konnte.

Männer – Jugend A

Einen starken Eindruck hinterließ in der Klasse bis 83 kg Yannick Fuchs vom SC Wald mit 232,5 kg und 155,86 Punkten.

Männer – Junioren

Bei den männlichen Junioren gab es eine derart große Vielzahl von hervorragenden Leistungen, so dass ich nur die beiden besten Resultate erwähnen möchte. Im Mittelgewicht bis 74 kg siegte Marius Milla mit nur einem gültigen Versuch von 270 kg (an dem neuen deutschen Rekord von 285,5 kg scheiterte er zwei Mal) und 194,96 Relativpunkten. Ihm am nächsten kam Giancarlo Mavrici vom KSV Bochum mit dem neuen nationalen Rekord von 307,5 kg und 191,97 Punkten in der Klasse bis 105 kg.

Männer – Aktive

Auch bei den Männern gab es durch Sascha Stendebach vom KSV Mainz 08 in der Klasse bis 93 kg einen überragenden Athleten. Nach 320 kg und 337,5 kg in den ersten beiden Durchgängen versuchte er sich abschließend an dem neuen deutschen Rekord von 348 kg. Die Last war eigentlich schon gehoben, jedoch gingen ihm bei den letzten Zentimetern die Hände auf, so dass er das Gewicht fallen lassen musste. Auch hier sind 213,63 Punkte ein absolutes Weltklasseergebnis. Um die nächsten beiden Plätze gab es dann einen erbitterten Kampf mit äußerst knappem Ausgang. Malte Fleissner vom AC Siegen konnte sich mit 340 kg und 197,54 Punkten in der Klasse bis 120 kg Rang zwei vor Mykola Grapp vom SV Quitt Ankum sichern, der auf 320 kg und 197,15 Relativpunkte kam.

Männer – AK I

In bewährter Manier sicherte sich hier Mario Schnurr vom KSV Renchtal mit 292,5kg und 184,36 Punkten in der Klasse bis 93 kg den Einzel- und Klassensieg. Erwähnenswert auch die 302,5 kg und 175,90 Punkte von Dr. Marcus Heinzen vom KSV Bochum im zweiten Schwergewicht bis 120 kg.

Männer – AK II

Dominator in der Altersklasse II der Männer war Sunday Ehoghrukomwen vom KSC Attila Dachau, der im Leichtschwergewicht bis 83 kg auf 272,5kg und 188,21 Punkte kam.

Männer – AK III

Der Würzburger Siegmund Schiebe zeigte wieder einmal in der Klasse bis 105 kg mit zwei deutschen Rekorden von 240 kg und 250 kg sein Können. Erst an der weiteren Rekordlast von 263 kg scheiterte er knapp. 149,92 Punkten bedeuteten für ihn den Sieg in der Altersklasse III vor Hans-Joachim Hook vom AC Marburg, der in der Kategorie bis 83 kg auf 215 kg und 146,43 Punkte kam und dem unverwüstlichen Mann aus dem sächsischen Vogtland, Horst Echtner vom SSV Bad Brambach, der im Mittelgewicht mit 200 kg und 145,92 Punkten in die Wertung kam.

Männer – AK IV

In seiner Spezialdisziplin bot Michael Kazimierz Forys vom KSV Langen im Mittelschwergewicht bis 93 kg mit 210 kg und 132,78 Punkten eine sehr gute Leistung.

Schlussbemerkung

Der SC Oberölsbach ist neben der SG Randersacker der einzige bayerische Verein, der seit Jahren in gewisser Regelmäßigkeit mustergültig deutsche Meisterschaften ausrichtet. Auch in 2016 werden sich beide Vereine mit den deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf der Aktiven und Senioren (SG Randersacker) und den deutschen Meisterschaften im Bankdrücken – Equipped – aller Altersklassen (SC Oberölsbach) wieder aktiv am Wettkampfgeschehen des BVDK beteiligen. Für dieses außerordentliche Engagement möchte ich mich im Namen des Präsidiums des BVDK bei beiden Vereinen ganz herzlich bedanken.

 

Anton Speth
Vizepräsident Sport im BVDK e. V.

 

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de