Bericht von den Deutschen Meisterschaften im Classic-Kraftdreikampf der Jugend und Junioren

 Der kleine Winzerort Randersacker war am Wochenende vom 19. bis 20. Oktober 2018 Ausrichter der diesjährigen Deutschen Titelkämpfe im Classic-Kraftdreikampf der Jugend und Junioren. Durch das hohe Meldeergebnis von insgesamt 154 Sportlerinnen und Sportlern war der ausrichtende SG Randersacker vor eine riesige Herausforderung gestellt. Das der unterfränkische Verein in Zusammenarbeit mit Powerlifting Würzburg die ihm gestellte Aufgaben durch Fleiß, Einsatzbereitschaft und Routine dank der vielen durchgeführten Wettkämpfe bestens und zur Zufriedenheit aller erledigte, dafür gebührt Janos Geerhardt mit seinem Team der Dank und die Anerkennung von Präsidium und Vorstand des BVDK.

Samstag, 19. Oktober 2018

Die Wettkämpfe begannen am Samstag früh bereits um 6.00 Uhr mit dem Abwiegen der Juniorenklasse bis 105 kg. Eine für nationale Wettbewerbe sicherlich ungewöhnliche Zeit. Um pünktlich 08.00 Uhr gingen im ersten Schwergewicht insgesamt 15 Sportler an den Start. Überragender Athlet, sowohl in dieser Gewichts-, als auch in seiner Altersklasse war Sebastian Ehmann von Schwerathletik Gießen. Durch gleichmäßig gute Resultate in der Kniebeuge mit 270 kg und beim Bankdrücken mit 177,5 kg legte er bereits den Grundstein für den Meistertitel. Herausragend dann sein Ergebnis im Kreuzheben mit den Deutschen Rekorden von 310 kg und 325 kg. Mit dem Total von 772,5 kg pulverisierte er die bisherige nationale Bestmarke um mehr als 50 kg. Und auch das Relativergebnis von 463,3 Punkten war überragend.


 Gesamtsieger Junioren – Sebastian Ehmann – Schwerathletik Gießen

Auch Christian Flueras vom Sanssouci Potsdam hatte es dieses Mal satt, mehrere Kilogramm abzunehmen und eine Klasse tiefer zu starten. Dieser Schritt machte sich durch die persönliche Bestleistung von 723 kg im Gesamtergebnis bemerkbar. Vor allem der neue Deutsche Rekord von 183,5kg im Bankdrücken sticht hier ins Auge. Gleichzeitig bedeuteten 439,6 Punkte den dritten Rang in der Relativwertung bei den Junioren.

In der zweiten Gruppe mussten dann die Schwergewichte bis 120 kg und plus 120 kg ihr Können zeigen. Im zweiten Schwergewicht gab es zwischen Jonas Mockwitz vom KSC Amberg II und Felix Kappmeyer vom KSV Essen einen spannenden Zweikampf, den Mockwitz letztendlich mit 695 kg im Total und 5 kg Vorsprung vor Kappmeyer für sich entscheiden konnte. Bei den Superschweren ließ Lukas Gärtner vom SV Fellbach nichts anbrennen und konnte mit 742,5 kg Gesamtleistung und 302,5kg im Kreuzheben zwei nationale Rekorde für sich verbuchen. Silber holte sich Philipp Bleilinger vom TSV Altenberg mit 717,5kg.


Sieger Junioren bis 83 kg – Jan Kobek – TAV Germania Düsseldorf

Die mit 16 Teilnehmern zahlenmäßig am stärkste besetzte Klasse bis 83 kg folgte dann danach. Auch hier gab es ein weiteres Highlight durch Jan Kobek vom TAV Germania Düsseldorf. Mit deutschen Rekorden in der Kniebeuge mit 242 kg, sehenswerten 291 kg beim Kreuzheben und dem Total von 675,5 kg ließ er seinen weiteren 15 Mitstreitern keine Chance. 450,9 Relativpunkte waren außerdem der zweite Rang in der Juniorenwertung.

Im Mittelschwergewicht bis 93 kg gab es bereits im Vorfeld eine außergewöhnliche Situation, waren doch die drei bestgemeldeten Athleten vom gleichen Verein; nämlich dem Tuspo Weende, gemeldet worden. Und so wie das Meldeergebnis war, so wurde auch die Meisterschaft entschieden. Es siegte Aaron Ben Bacha mit 687,5 kg und 436 Punkten, vor Ben Conrady mit 670 kg und dem international bereits erfahrenen Hendrik Wobst mit ebenfalls 670 kg.

In der leichtesten Gewichtsklasse bis 59 kg holte sich Benedict Vetter vom SV Fellbach mit 395 kg die Goldmedaille vor Lukas Schütterle vom AC Oppenau mit 290 kg. In der Leichtgewichtsklasse bis 66 kg gab es mit Patrick Rieger vom ESV München-Neuaubing einen klaren Dominator. 535 kg Gesamtleistung und 429,3 Punkte reichten für ihn mit deutlichem Vorsprung zum Sieg. Im Mittelgewicht bis 74 kg wurde zwischen Thomas Manogg vom ASV Grötzingen und Till Thomale vom SV Felldbach hart um den Sieg „gerungen“. Gold ging an Thomas Manogg dank seines gültigen letzten Kreuzhebeversuchs mit 575 kg vor Thomale mit 565 kg.

Sonntag, den 20. Oktober 2018

In der ersten Veranstaltungsgruppe des Sonntags waren insgesamt 18 Sportlerinnen am Start. In der Kategorie bis 52 kg gewann Lea Kannowsky vom 1. AC Bayreuth mit einem Total von 322 kg mit deutlichem Vorsprung. Darüber hinaus stellte sie im Bankdrücken mit 72 kg eine neue nationale Bestleistung auf.


 Gesamtsieger Juniorinnen – Veronika Schulze – SV Fellbach

Herausragende Athletin nicht nur in der Klasse bis 57 kg war in der Juniorenklasse wie im Vorjahr Veronika Schulze vom SV Fellbach mit insgesamt vier deutschen Rekorden – Kniebeuge 140 kg / Bankdrücken 77,5 kg / Kreuzheben 157,5 kg / 375 kg Gesamtleistung und 435,2 Relativleistung.


 Siegerin Junioren bis 63 kg – Sandra Augustiniok – TG Landshut

Mit neun Sportlerinnen war die Klasse bis 63kg am besten besetzt. Siegerin wurde Sandra Augustiniok von der TG Landshut mit drei Deutschen Rekorden in der Kniebeuge von 140,5 kg, beim Bankdrücken mit 83 kg und 383,5kg im Total. Aber auch die zweitplatzierte Sonia Concalves da Silva lag mit 373 kg nur knapp dahinter. Vor allem ihre neue deutsche Bestmarke beim Kreuzheben von 170,5 kg war herausragend. Im Mittelgewicht bis 72 kg kämpften insgesamt fünf Athletinnen um den Sieg. Die Goldmedaille errang hier Lea Schreiner vom AC Goliath Mengede mit 400,5 kg. Auch für sie sprang im Kreuzheben mit 185,5 kg ein deutscher Rekord heraus. Die dritte der diesjährigen Equipped-WM, Johanna Hübenthal vom ESV München-Neuaubing, versuchte sich dieses Mal in der Classic-Variante und erzielte mit 190 kg im Kreuzheben und 422,5 kg Gesamtleistung neue deutsche Bestmarken.

In der Jugendklasse der Frauen gingen acht Starterinnen in den Wettbewerb. In der Kategorie bis 57 kg siegte Emily Finnern vom Herrnburger AV mit 317 kg. Weiterhin gab es für sie nationale Rekorde in der Kniebeuge mit 132 kg und im Bankdrücken mit 70 kg. Die hierbei erzielten 370,9 Punkte reichten zum Gesamtsieg in der Jugendklasse.


 Siegerin Jugend – Emily Finnern – Herrnburger AV

Auch die EM-Starterin Celine Hein vom KSV Weissensee beeindruckte mit Bestmarken von 105 kg in der Kniebeuge und 280 kg im Total. Zweitplatzierte wurde hier Angelina Klucziniok vom VfK Hannover mit 270 kg und dem deutschen Rekord von 65 kg beim Bankdrücken.

Bei der männlichen Jugend kämpften insgesamt 29 Sportler um die Medaillen. Das Mittelgewicht bis 74 kg wurde von Eduard Eida vom SV Quitt Ankum mit einem Gesamtergebnis von 520 kg und einer Relativleistung von 374,4 Punkten dominiert. Das Leichtschwergewicht bis 83 kg war mit acht Startern am besten besetzt. Den deutschen Meistertitel konnte hier Florian Henrichs von Kraftsport Colonia mit 568 kg erringen. Daneben gab es für ihn in der Kniebeuge mit 215,5 kg eine neue nationale Bestleistung. Die Relativleistung von 395,2 Punkten war der Gesamtsieg in der Jugendklasse. In der gleichen Kategorie war der EM-Starter Wlad Pesotsky vom KSV Bochum eine Gewichtsklasse aufgerückt und erzielte 547,5 kg.


 Gesamtsieger Jugend – Florian Henrichs – Kraftsport Colonia

Im Mittelschwergewicht bis 93 kg gab einen spannenden Dreikampf. Durch gute Leistungen in allen drei Disziplinen siegte hier unser amtierender Weltmeister im Equipped-KDK Patrick Lösel vom VfB Klötze mit 615 kg. Die Silbermedaille ging an Luis Schmitt vom ASV Grötzingen, der auf 602,5 kg kam und u. a. in der Kniebeuge mit 235 kg eine neue nationale Bestmarke erzielte. Auch der EM-Starter Sven Rausch vom 1. Schleswiger Sportverein konnte sich gegenüber den vorigen Wettkämpfen mit 578 kg deutlich steigern. Vor allem sein neuer deutscher Rekord von 260,5 kg im Kreuzheben sticht hier ins Auge. Auch im ersten Schwergewicht bis 105 kg gab es zwei neue Bestmarken. Torben Kapries vom SV Westerholt, der die Klasse mit 627 kg gewann, erreichte beachtliche 277 kg im Kreuzheben. Auch der Gewinner der Silbermedaille, Till Kruse vom SV Quitt Ankum, beteiligte sich mit 142,5 kg im Bankdrücken an der Rekordjagd. Im zweiten Schwergewicht bis 120 kg gab es durch Moritz Taschner vom AC Bavaria Forchheim mit 643 kg einen klaren Sieger. Neue Rekorde von 230,5 kg in der Kniebeuge und 265 kg beim Kreuzheben waren der Grundstein für dieses sehr gute Ergebnis.

Fazit

Die Leistungsentwicklung unserer Nachwuchsathleten zeigt deutlich nach oben und man kann gespannt sein, ob sich der eine oder andere Sportler auch international durchsetzen kann. Auch mit den Leistungen unserer Kampfrichter konnte man mehr als zufrieden sein.

Wichtige Anmerkung: Die Bilder für diesen Artikel wurden von der Fa. Dedicated Sports erstellt. Sollten Vereine, Athleten oder Betreuer Bildmaterial von der DM in Randersacker benötigen, so können diese über info@dedicatedsports.de oder tobias@dedicatedsports.de bestellt werden.

 

 

Anton Speth
Vizepräsident Sport im BVDK e. V.


Titelbild – 3. Platz Jun. -105,0kg – Kai Manfred Eckert – AC Marburg

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de