Ergebnisbericht der Deutschen Meisterschaften im Equipped-Kraftdreikampf 2019

Der KSV Mainz richtete in diesem Jahr die Deutschen Titelkämpfe im Equipped-Kraftdreikampf am 09. und 10. März 2019 in Mainz aus. Das Team um Milan Bogner war mit großem Engagementbei der Sache und mit viel Manpower – auch aus anderen Vereinen - vor Ort.

Bevor ich zu meinem Sportbericht komme, zunächst ein paar Anmerkungen am Rande:

Wettkampfsprecher:

Neben Milan Bogner konnte Andy Dörner in seiner unnachahmlichen Art Athleten und Zuschauer hochpuschen. Aber auch Kevin Jäger, der auf der Wettkampfplattform auch das kleinste Detail sah, konnte gefallen.

Scheibenstecker:

Leider kamen die Scheibenstecker bei der Samstagveranstaltung nur sehr schwer in die Gänge. Zum Glück blieben zwei Vorfälle bei der Kniebeuge und beim Bankdrücken – meinem Wissensstand nach – ohne große Blessuren. In den Gruppen am Sonntag verlief dann alles reibungslos und nach Plan.

Aufwärmraum:

Da bei einer Equipped-Veranstaltung jeder Sportler in der Regel ein bis zwei Helfer mitbringt, kann der zunächst ausreichende Aufwärmraum sehr beengt werden. Dies war vor allem bei schweren Klassen der Aktiven am Sonntag der Fall.

Vepflegung:

Brötchen von einem richtigen Bäcker; eine Rindswurst von einem richtigen Fleischer, frischer Kaffee und hausgemachte Kuchen – alles war in sehr guter Qualität und in ausreichendem Maße vorhanden.

Kampfrichter:

Die eingeteilten Kampfrichter gaben ihre Wertungen auf sehr hohem, zum Teil auf internationalem Niveau ab. Und dies war auch in Ordnung so.

Anti-Doping Kontrollen:

Die Testagentur war mit ihren Mitarbeitern nur bei den Samstagveranstaltungen anwesend. Am Sonntag wurden keine Kontrollen mehr durchgeführt.

Und nun zu den allgemeinen Wettkampfdaten:

Anzahl der gemeldeten Sportler: 101
Letztendlich anwesend waren: 94

In die Wertung kamen davon: 81
Ohne gültige Wertung waren: 13

Zunächst zu den Wettbewerben der Frauen:

Jugend und Junioren – weiblich

Bei den Jugendlichen waren leider keine Teilnehmer am Start. Bei den Juniorinnen gab eine ganze Anzahl sehr guter Resultate. Die Gewichtsklasse bis 63 kg war mit insgesamt drei Sportlerinnen besetzt. Dank gleichmäßiger Leistungen in allen drei Disziplinen siegte hier Lisa Schlagbauer von Powerlifting Würzburg mit 400 kg, gefolgt von Lea-Sophie Gersberg vom TV Papenburg mit 375 kg. Mit gleicher Leistung aber etwas höherem Körpergewicht holte sich Sonja Graumann vom SC Oberölsbach Bronze. Auch die Siegerin in der Kategorie bis 72 kg, Sofia Walter, kam vom SC Oberölsbach. Vor allem Dank einer überragenden Leistung von 207,5kg in der Kniebeuge siegte sie mit einem Total von 462,5 kg vor Caroline Hiss vom Herrnburger AV mit 375,0kg. 456,1 Relativpunkte reichten auch für Sofia aus, um die Gesamtwertung bei den Juniorinnen für sich zu entscheiden. Leider schaffte es die WM-Dritte des vergangenen Jahres, Johanna Hübenthal vom ESV Neuaubing nicht, im Bankdrücken ihre Anfangslast von 115 kg zur Hochstrecke zu bringen. Trotz sehr guter Ergebnisse in den beiden anderen Übungen kam sie nicht zu einem Total.

Aktive – weiblich

Die Aktivenklasse der Frauen war mit insgesamt zehn Heberinnen besetzt. In der leichtesten Gewichtsklasse bis 47 kg gab es mit einem deutschen Rekord in der Kniebeuge von 162,5 kg durch Anja Schreiner vom SC Oberölsbach einen ersten Paukenschlag. 385 kg Gesamtleistung und 525 Relativpunkte können sich auch international sehen lassen. In der Klasse bis 57 kg machte mit Karolina Moszynska vom KSV Mainz ein neuer Name von sich reden. Gleichmäßig hohe Resultate in allen Disziplinen brachten für sie ein Total von 427,5 kg und beachtliche 496,8 Relativpunkte. Mit ebenfalls sehr guten 382,5 kg kam Phuong-Anh Hguyen vom HSC Pfatter auf den Silberrang. Im Leichtgewicht bis 63 kg war mit Isabelle Materne vom SAV Erfurt nur eine Sportlerin am Start. Aber auch sie brachte mit 420 kg im Total eine beachtliche Leistung. Mit insgesamt vier Athletinnen war das Mittelgewicht bis 72 kg am besten besetzt. Herausragend hier Sonja Stefanie Krüger vom FC Rhein-Main Rüsselsheim mit einem deutschen Rekord von 245 kg in der Kniebeuge und man durfte auf die nächsten Versuche gespannt sein. Den ersten Versuch beim Bankdrücken mit gültigen 90 kg absolvierte sie ohne unterstützendes Equipment. Leider gingen die beiden nächsten Versuche mit Equipment mit jeweils 165 kg daneben. Bei optimalem Verlauf wären hier 600 kg im Total und 600 Relativpunkte möglich gewesen. Dennoch reichten 527 Punkte zum Gesamtsieg. Rang zwei ging an Marie Hauschild vom SAV Erfurt mit genau 500 kg vor Katja Broxtermann vom Sanssouci Potsdam, die auf 475 kg kam. Die Mitfavoritin Cathrin Monika Silberzahn von Powerlifting Würzburg wählte im Bankdrücken leider ein zu enges Shirt und konnte 137,5kg drei Mal nicht zur Hochstrecke bringen. Dass bei Powerlifting Würzburg sehr gute Arbeit geleistet wird, demonstrierte in der Klasse bis 84 kg Valerie von Gleichen mit 490 kg im Total. Silber ging an Sandra Beyer vom FC Rhein-Main Rüsselsheim mit 465 kg.

Altersklassen I bis III der Frauen

Überragende Athletin aller Altersklassen I bis III war Nicole Börsch vom AC Power Elite Haiger mit 485 kg im Total und 486,4 Relativpunkten im Mittelgewicht bis 72 kg. Auf neue deutsche Rekorde von 150 kg in der Kniebeuge der gleichen Gewichtsklasse bis 72 kg kamen Sybille Hampel vom C Oppenau in der AK II, sowie Silvia Krüger vom FC Rhein-Main Rüsselsheim mit 120 kg im Bankdrücken der AK I plus 84 kg.

Und nun zu den Männern:

Jugend männlich

Eduard Eida vom SV Quitt Ankum siegte nicht nur mit sehr guten 610 kg in der Klasse bis 83 kg, sondern war mit 427,7 Relativpunkten der Einzige, der in der Jugend über 400 Punkte kam.

Junioren – männlich

Um die Krone bei den Junioren gab es eine sehr spannende Entscheidung, die letztendlich nur um wenige Punkte entschieden wurde. Hannes Haase vom SV Motor Barth gewann mit gutem Vorsprung das Leichtschwergewicht bis 83 kg und 705 kg im Gesamtergebnis. 473,3 Relativpunkte reichten, wenn auch nur knapp zum Gesamtsieg. Nur 1,2 Punkte zurück lag der Jugend-Weltmeister Patrick Lösel vom VfB Klötze, der das Mittelschwergewicht bis 93 kg mit 750 kg für sich entscheiden konnte. Wiederum nur einen Relativpunkt dahinter reihte sich Silas Krejci vom SC Oberölsbach mit dem Klassensieg bis 74 kg und dem Total von 655 kg als Drittplatzierter ein. Am deutschen Rekord in der Kniebeuge mit 273,5 kg scheiterte er nur knapp.

Aktive – männlich

In den Aktivenklassen der Männer knackten nicht weniger als sieben Athleten die Schallmauer von 500 Relativpunkten. In der mit sieben Sportlern besetzten Mittelschwergewichtsklasse bis 93 kg konnte Max Lochschmidt vom AC Germania Aschaffenburg seine persönliche Bestleistungen zum Teil erheblich steigern und kam auf das Gesamtergebnis von 885 kg. Mit 570,6 Relativpunkten war er stärkster Athlet aller Aktiven. Silber holte sich sein Nationalmannschaftskollege Philipp Schweda vom ESV Neuaubing mit 857,5 kg und 540,9 Punkten. Am deutschen Rekord in der Kniebeuge mit der Last von 350,5kg scheiterte er äußerst knapp. Ausgezeichnete Resultate gab es auch im II. Schwergewicht bis 120 kg. Dominik Pahl vom SAV Erfurt kam mit 970 kg sehr nahe an seine persönliche Bestleistung heran und erzielte darüber hinaus 560,5 Relativpunkte. Rang zwei ging an Christoph Seefeld vom AC Bavaria Forchheim. Er konnte mit 950 kg und 547,5 Punkte ebenfalls ein sehr gutes Ergebnis für sich verbuchen. Den einzigen deutschen Rekord bei den Aktiven gab es für Tobias Zinserling vom Gothaer Bierfassheberverein mit dem Weltklasseresultat von 375 kg beim Kreuzheben. Auch das Gesamtresultat von 1002,5kg und 553,5 Punkte können sich international sehen lassen.

Altersklasse I – Männer

In der AK I kam der Sieger in der Kategorie bis 93 kg, Ronny Berndt vom KSV Renchtal, auf 795 kg. Er war mit 506,7 Relativpunkten auch der Einzige, der die magische Grenze überwand. Auch der zweitstärkste Heber in dieser Klasse kam mit Guido Nieland vom AC Weinheim aus Baden Württemberg. 727,5kg im Total und 458,7 Punkte waren für ihn der Lohn seiner Mühen. Der Drittplatzierte in dieser Altersklasse kam vom Landesverband Bayern und hieß Roman Reinbold vom TSV Katzwang. Sehr gute 775 kg und 446,9 Punkte sprangen für ihn heraus.

Altersklasse II – Männer

Trotz überstandener OP ließ sich Mario Schnurr vom KSV Renchtal im Mittelschwergewicht bis 93 kg mit 732,5 kg und 460,2 Punkten nicht die „Butter vom Brot nehmen“ und brachte Klassen- und Gesamtsieg unter Dach und Fach. Einen ausgezeichneten Tag erwischte auch Klaus Griesch vom Iron Athletik Sportclub Erfurt im Mittelgewicht bis 74 kg. Mit 206 kg in der Kniebeuge, 175 kg beim Bankdrücken und dem Total von 561 kg konnte er nicht weniger als drei deutsche Bestleistungen für sich verbuchen. Ebenfalls auf einen deutschen Rekord im Bankdrücken fixiert startete Armin Kircher vom AC Siegfried Darmstadt im II. Schwergewicht. Im zweiten Anlauf schaffte er die neue Rekordmarke sicher mit 231 kg.

Altersklasse III – Männer

Neben einem Total von 587,5 kg und 384,5 Relativpunkten erreichte Johann Goldstein vom ACO Schrobenhausen im Mittelschwergewicht bis 93 kg nicht nur den Klassen-, sondern auch den Gesamtsieg dieser AK. Ihm am nächsten kam der Gewinner im Leichtschwergewicht Dieter Hundertmark vom TC Hameln mit 555 kg und 376,2 Relativpunkten.

Altersklasse IV – Männer

Mit Wilfried Häusler vom MTV Vater Jahn Peine war nur ein Sportler in der AK IV am Start. Leider konnte er den Wettkampf verletzungsbedingt nicht beenden.

Fazit:

Der KSV Mainz hat mit dieser DM eine gute Meisterschaft ausgerichtet. Laut Rücksprache mit dem Ansprechpartner und Mitglied des Vorstandes, Milan Bogner, wurden die kleinen Defizite erkannt und werden beim nächsten Wettkampf behoben sein.

Die nächste DM ist mit der Equipped-Meisterschaft im Bankdrücken am 28. und 29.09.2019 schon im Terminkalender des BVDK vorgemerkt.

Nochmals herzlichen Dank an den KSV Mainz für die Ausrichtung.

  

Anton Speth
Vizepräsident Sport im BVDK e. V.

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de