Ergebnisbericht von den Western European Championships im Classic- und Equipped Powerlifting

Der BVDK war bei diesen Wettkämpfen in San Zenone al Lambro / Mailand mit insgesamt zehn Sportlerinnen und Sportlern – sechs im Bereich Classic und vier bei den Equipped-Hebern - am Start. In beiden Bereichen konnten vier Medaillen gewonnen werden. Es wurden einige Bestleistungen auf- und eingestellt; einige gesteckten Ziele erfüllten sich nicht ganz. Festzustellen ist, dass die Luft bei internationalen Wettkämpfen zum einem sehr dünn wird und zum anderen manche Athleten mit den Bedingungen besser und manche nicht ganz so gut zurechtkommen. So geschehen in Italien.

Zunächst zu den Classic-Wettbewerben

Frauen

Als Erste musste Emily Finnern vom Herrnburger AV in der Klasse bis 57 kg ihre Form unter Beweis stellen; und sie tat dies mit Bravour. In ihrer stärksten Disziplin, der Kniebeuge gelang ihr mit 144 kg gleich ein WEC-Rekord; übrigens nur 1 kg unter dem DR von Veronika Schulze vom SV Fellbach. Auch im Bankdrücken und im Kreuzheben lief es mit 80 kg und 130 kg ausgezeichnet. Mit dem Total von 354 kg konnte sie ihre bisherige Bestmarke um 16,5 kg verbessern. Siegerin wurde die Schwedin Laura Salvolainen mit 408 kg, vor Catherine Smith aus Großbritannien 397,5 kg und Amy Dickson aus Irland 377,5 kg.

In der Kategorie bis 63 kg lief es für Sonja Goncalves da Silva vom Kraftsport Colonia sehr gut. 147,5 kg bei der Kniebeuge und 82,5 kg im Bankdrücken waren neue persönliche Rekorde. Der Lohn war eine Gesamtleistung von 415 kg und der Bronzerang in dieser Klasse. Das Total der Siegerin Grace Stilgoe aus Großbritannien mit 425 kg und der Zweitplatzierten Regis Oceane aus Frankreich mit 417,5 kg waren nur einige Kilos von der Deutschen entfernt.

Als letzte bei den Damen nahm Lea Schreiner vom AC Goliath Mengede im Schwergewicht bis 84 kg ihren Wettkampf auf. Sowohl in der Kniebeuge mit 155 kg und im Bankdrücken mit 90 kg sprangen neue persönliche Bestleistungen heraus. Allerdings kam sie im Kreuzheben mit gültigen 190 kg nicht an ihre alte Bestmarke heran. 435 kg Gesamtleistung sind dennoch ein ansprechendes Ergebnis. Gold sicherte sich hier die Norwegerin Siri Anita Slettmyr mit dem WEC-Rekord von 485 kg vor der Schwedin Paula Jacobsson mit 472,5kg.

Männer

In der Mittelgewichtsklasse bis 74 kg war der BVDK durch Joshua Wright vom Greifenpower e. V. und Lukas Markmeyer vom SV Quitt Ankum gleich mit zwei Hebern vertreten. Joshua war auf den Punkt topfit und stellte in der Hantelkniebeuge mit 225 kg (+12,5 kg) und im Bankdrücken mit 167,5 kg (+7,5 kg) zwei Bestleistungen auf. Durch eine sehr gute Kreuzhebeleistung von 265 kg sicherte er sich mit 652,5 kg (+16,5 kg) die Silbermedaille. Für Lukas Markmeyer lief der Wettkampf etwas durchwachsen. 207,5kg in der Kniebeuge waren persönliche Bestleistung. Im Bankdrücken bekam er 135 kg im zweiten Versuch gültig. In seiner Paradedisziplin, dem Kreuzheben, war kurzzeitig noch die Möglichkeit auf den Bronzerang vorhanden. Nach 260 kg im zweiten Durchgang ließ er abschließend 272,5 kg auflegen. Würde nämlich sein unmittelbarer Kontrahent seinen Schlussversuch von 250 kg nicht zur Hochstrecke bringen, hätte er es in der Hand gehabt den dritten Rang zu erreichen. Der Italiener Federico Martella schaffte diesen Versuch, so dass bei Lukas am Schluss einfach die Luft raus war. Gold sicherte sich Bastien Poyet aus Frankreich dank einer überragenden Leistung von 198 kg im Bankdrücken und einem Total von 678 kg.

Leider war die Leichtschwergewichtsklasse bis 83 kg sehr kurzfristig mit dem Mittelgewicht zusammengelegt worden, so dass Vincent Moll vom KSV Mainz nur eine sehr kurze Aufwärmphase blieb. Er erledigte seine Aufgabe dennoch sehr gut und kam mit 652,5 kg und dem fünften Rang - exakt zum gleichen Ergebnis wie die gemeldete Vorleistung. Überlegener Sieger wurde Matteo Moretto aus Italien mit 707,5 kg vor dem Norweger Joakim Halland mit 677,5 kg.

Und nun zu den Equipped-Wettkämpfen

Frauen

Auch hier war im Mittelgewicht bis 72 kg der BVDK durch Marie Hauschild vom SAV Erfurt und Katja Broxtermann vom Sanssousi Potsdam mit zwei Starterinnen vertreten. Und dies ging hier um viel; war im Kampf Frau gegen Frau nicht weniger als die Fahrkarte für die WM in Dubai zu vergeben. Marie Hauschild eröffnete den Wettbewerb mit gelungenen 205 kg in der Kniebeuge. Katja schaffte mit 195 kg eine neue persönliche Bestleistung. Im Bankdrücken bekam Marie ihren zweiten Versuch mit 130 kg gültig; Katja brachte mit 132,5 kg nur ihr Anfangsgewicht durch. Das Kreuzheben musste nun die Entscheidung bringen. Da beide Sportlerinnen 160 kg zur Hochstrecke brachten, konnte Marie Hauschild ihre Führung aus der Kniebeuge behaupten und sich am Ende mit 495 kg über Silber freuen. Katja Broxtermann lag mit 487,5kg „nur“ 7,5kg dahinter. Die erstplatzierte Norwegerin Monika Kvam kam auf ein Total von 500 kg und lag nur unwesentlich vor unseren Athletinnen.

Im Schwergewicht bis 84 kg absolvierte Valerie von Gleichen vom Powerlifting Würzburg ihren ersten internationalen Einsatz. Sie konnte in der Kniebeuge mit 210 kg und im Kreuzheben ihre bisherigen Rekorde deutlich verbessern und kam auf eine Dreikampfleistung von 510 kg (+20 kg).

Männer

Dominik Pahl vom SAV Erfurt war im II. Schwergewicht bis 120 kg der einzige Heber bei den Equipped-Startern. 380 kg als Einstieg in der Kniebeuge war ein guter Beginn – 390 kg in den beiden Folgeversuchen gingen an diesem Tag „noch“ nicht. Gewohnt sicher dann das Bankdrücken mit 270 kg und das Kreuzheben mit 325 kg. Mit der Dreikampfleistung von 975 kg konnte er für den BVDK den einzigen Titel dieser Meisterschaften sichern. Sein Relativergebnis von 654,62 IPF-Punkten bedeuteten den zweiten Gesamtrang hinter Alexander Huber aus Österreich, der 673,37 IPF-Punkte erzielte.

Im Namen des Präsidiums gratuliere ich allen Sportlern zu ihren Leistungen und bedanke mich bei den drei Coaches und unserer Kampfrichterin Marina Kail für ihr Engagement.

  

Anton Speth
Vizepräsident Sport im BVDK e. V.

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de