European Classic Powerlifting Championships 2019 – Teil 2: Aktive

Nach den starken Auftritten der Jugend und Junioren durften die Aktiven Männer und Frauen Ihr Können unter Beweis stellen.

Bei den Aktiven war Joshua Wright vom Greifenpower e.V. in der Klasse bis 74 kg der erste Starter.

Der gebürtige Amerikaner zeigte eine äußerst starke Leistung für das deutsche Team. Nach drei guten Beugen stand am Ende ein neuer deutscher Rekord von 237,5 kg zu Buche. Im Bankdrücken blieb es leider beim Startversuch mit 160 kg, also 7,5 kg unter seinem Rekord vom WEC. Im Kreuzheben legte er dann noch einmal richtig drauf und schraubte sowohl persönlichen als auch deutschen Rekord um fast 15 kg auf 282,5 kg hoch. Mit 680 kg im Total und Platz vier kommt er bei den männlichen Aktiven einer internationalen Totalmedaille im Classic KDK näher als alle anderen Athleten die Jahre zuvor und ist zu dem auch relativ das stärkste Leichtgewicht Deutschlands mit über 490 Punkten.

In der 83 kg Klasse durfte Max Eisinger vom Kraftsport Colonia das deutsche Team erstmals international vertreten.

Nach seiner überaus überzeugenden Darbietung auf der DM konnte er leider auf Grund einer Trainingsverletzung in seiner Paradedisziplin, der Kniebeuge, sein Potential nicht ganz zeigen und blieb mit 252,5 kg noch etwas hinter dem avisierten Medaillenrang in dieser Disziplin. Dafür punktete er beim Bankdrücken mit persönlicher Bestleistung von 175 kg und konnte sich damit die Silbermedaille hinter Weltrekordhalter Owen Hubbard sichern. Im Kreuzheben blieb es dann, aus denselben Gründen wie bei der Beuge, bei 265 kg auch etwas unter Bestleistung für ein 692,5 kg im Total und Platz 12.

Nächster Heber war Stefan Pagelsen von der TG Landshut, welcher in der 93 kg Klasse sein internationales Debut geben durfte.

Stefan hat mit ca. 88 kg die Klasse seit der WM in Schweden noch nicht ganz ausfüllen und so hier auch noch nicht sein ganzes Potential zeigen können. Nach zwei gültigen Versuchen in der Beuge mit 237,5 kg, konnte er im Bankdrücken eine saubere Serie zeigen und sich bis 172,5 kg vorkämpfen. Im Kreuzheben wollte er dann, nach dem er die magischen 300 kg bereits auf der Bayerischen geknackt hatte, gleich 305 kg für den Drittversuch. Diese waren an diesem Tag leider noch etwas zu schwer, so dass er sich diese dann bei ausgefüllter Klasse für die Deutsche aufheben darf. 707,5 kg im Total reichte für den elften Platz in der stark besetzten Kategorie.

Die erste Aktive Dame für das deutsche Team war die bereits international sehr erfahrene Silvia Szarvas in der bis 84 kg Klasse vom USV TU Dresden.

Silvia konnte rundum überzeugen und schaffte als einzige Athletin neun gültige Versuche. Der bisher stärksten deutschen Beuge einer Frau im BVDK mit 177,5 kg folgten 130 kg im Bankdrücken für Silber im Einzel hinter Ielja Strik, die sie nach der DM in Chemnitz endlich wieder gültig hochbringen konnte. Im Kreuzheben reihte sie sich dann in die sehr kurze Liste der Frauen in Deutschland ein, die 200 kg im Wettkampf gezogen haben. Mit 507,5 kg im Total und damit die erste deutsche Frau, die im Classic KDK die die 500er Marke geknackt hat, war sie klar auf Medaillenkurs und wurde mit nur einem halben Kilo Vorsprung durch einen Weltrekord im Kreuzheben auf den vierten Platz verwiesen.

In der offenen Klasse über 84 kg der Damen wurden die deutschen Farben dann von Mariana Moreno Cederberg vom Kraftsport Colonia vertreten.

Auch Mariana hatte im Training den ein oder anderen Rückschlag verkraften müssen, konnte aber dennoch hochmotiviert in den Wettkampf gehen und ihre Freude am Wettkampf war mehr als ansteckend für alle die vor Ort waren. In der Kniebeuge blieb es bei 2,5 kg unter Bestleistung mit 172,5 kg und im Bankdrücken wollten die langersehnten 105 kg für den deutschen Rekordstandard leider knapp wieder nicht hoch und es blieb bei 102,5 kg. Im Kreuzheben hob sie dann mit 187,5 kg ebenfalls nur 2,5 kg unter Bestleistung und am Ende standen 462,5 kg für den neunten Rang zu Buche.

Der letzte und schwerste Athlet des deutschen Teams war Paul-Johannes Heddrich vom Kraft und Fitness Eilenburg in der 120 kg Klasse.

Für Paul lief es laut eigener Aussage auch nicht ganz so rund im Training. Dennoch konnte er bei den Kniebeugen mit 310 kg nur ein halbes Kilo unter seiner Bestleistung überzeugen. Im Bankdrücken war dann nach drei gültigen Versuchen eine persönliche Bestleistung mit 192,5 kg drin. Im Kreuzheben war der Druck nach der Enttäuschung in Schweden besonders hoch und er stieg mit sicheren 330 kg ein. Mit der Steigerung auf 345 kg kämpfte der letztjährige Goldmedaillengewinner zwei Mal mit aller Kraft und konnte sie im dritten Versuch zwar knapp in die Hochstrecke bringen, hier aber das Kampfgericht leider nicht überzeugen und es blieb bei den 330 kg in der Wertung ohne Einzelmedaille. Mit 832,5 kg im Total belegte er damit den sechsten Rang.

Mit Rang zwölf in der Nationenwertung konnte das Team eine neue Mannschaftsbestleistung im Classic Kraftdreikampf zeigen, obwohl einige Athleten mit leichten Trainingsverletzungen zu kämpfen hatten. Zweimal Rang vier im Total und zweimal Silber im Bankdrücken lassen sich durchaus sehen und auf eine Totalmedaille in den nächsten Jahren hoffen. Dennoch hat das deutsche Classic Team noch Verbesserungspotential und wir sind auf die nationalen Wettkämpfe im Frühjahr gespannt, zu welchen Leistungssteigerungen die Kaderathleten fähig sind und welche Talente noch zum Vorschein kommen.

 

 

Tim Konertz
Kraftdreikämpfer

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de