Goldmedaille für Sonja Stefanie Krüger und Bronze für Christian Flueras bei der WM

Top 5 Platzierungen für Philipp Ziemer und Gerrit Scheel im Classic-Bankdrücken der Aktiven

Erstmalig in der Geschichte der IPF fanden vom 18.05. – 25.05.2019 im Japanischen Tokio die Weltmeisterschaften im Bankdrücken aller Altersklassen sowohl Classic als auch Equipped statt. Mit 1088 gemeldeten Teilnehmern eine Mammut-Veranstaltung, die teilweise auf zwei Plattformen gleichzeitig bestritten wurde. Aber die Japaner haben wie erwartet hier eine erstklassige Arbeit abgelegt und eine vorbildliche WM veranstaltet.

Aus deutscher Sicht starteten insgesamt sieben Athleten, eine weibliche und sechs männliche Athleten bei den Junioren und Aktiven im Classic-Bankdrücken und vier Athleten der Junioren und Aktiven im Equipped-Bankdrücken.

Classic-WM

Den Anfang machte in ihrem ersten internationalen Wettkampf, Friederike Hoppe, in der Klasse bis 72 kg der Aktiven. Mit 95 kg begann Rike ihren Wettkampf, welche sie sicher in die Wertung brachte. In ihrem Zweitversuch verlangte sie nach 100 kg und auch dieses Gewicht brachte sie gültig in die Wertung. Um in die Top sechs zu kommen, waren 105 kg nötig, was zugleich auch eine neue persönliche Bestleistung für Rike gewesen wäre und dieses Gewicht verlangte sie auch, doch leider konnte sie diesen Versuch nicht gültig in die Wertung bringen. Mit den 100 kg aus dem Zweitversuch konnte sie letztendlich den 7. Platz belegen. Die Goldmedaille ging an die Kassachin Xhenia Khan mit 132,5 kg, Silber ging an die Schwedin Annika Zelander mit 127,5 kg und Bronze an die Finnin Susanna Torronen mit 122,5 kg.

Bei den männlichen Junioren startete in der Klasse bis 105 kg Christian Flueras. Für ihn war es sein erster Start bei dieser WM, wollte er auch ein paar Tage später noch im Equipped-Wettkampf starten. Mit 177,5 kg stieg er in den Wettkampf ein und konnte diese auch gültig in die Wertung bringen. In seinem Zweitversuch verlangte er nach 185 kg, doch diese konnte er leider nicht gültig in die Wertung bringen. Auch im Drittversuch war dieses Gewicht leider zu viel. Somit belegte er mit den gedrückten 177,5 kg den sechsten Platz. Gold ging an den Japaner Takahiro Takimoto mit WR von 222 kg, Silber an den Russen Roman Simakhin mit 210 kg und Bronze an den Norweger Joakim Pedersen Liljeberg mit 205 kg.

Nun ging es weiter für Philipp Ziemer bei den Aktiven bis 66 kg. Mit 150 kg wollte er in den Wettkampf einsteigen und konnte es entsprechnd gültig in die Wertung bringen. Im Zweitversuch verlangte er nach 157,5 kg und auch dieses Gewicht brachte er gültig in die Wertung. Im Drittversuch verlangte er nach einer neuen persönlichen Bestleistung von 162,5 kg, aber dieses Gewicht war an diesem Tag noch etwas zu schwer. Mit den 157,5 kg aus dem Zweitversuch belegte er letztendlich einen tollen fünften Platz. Gold ging hier an den Schweden Eddie Berglund mit 221 kg (WR), Silber an den Japaner Keita Saito mit 175 kg und Bronze an den Japaner Masashi Fukuda mit 165 kg.

In der Klasse bis 74 kg startete in seinem ersten internationalen Wettkampf der gebürtige US-Amerikaner Joshua Wright für das deutsche Team. Joshua ist ein absolut durchtrainierter Athlet in welchem noch viel Potential steckt. Mit 157,5 kg startete er in den Wettkampf und brachte diese auch in die Wertung. Für seinen Zweitversuch verlangte er nach einer neuen Bestleistung von 162,5 kg, aber aufgrund eines technischen Fehlers konnte er den Versuch nicht gültig in die Wertung bringen. In seinem Drittversuch versuchte er sich erneut an dem Gewicht und dieses Mal gab es nichts zu bemängeln und Joshua konnte den Versuch gültig bewältigen. Er belegte damit den sechsten Platz. Gold ging an die Bankdrücklegende Daiki Kodama aus Japan mit neuem WR von 225 kg, Silber an den Ukrainer Ivan Chuprinko mit 213 kg und Bronze an den Franzosen Bastien Poyet mit 205 kg.

Gerrit Scheel startete erstmals international in der Klasse bis 83 kg. Nachdem er im letzten Jahr Deutscher Meister mit sehr guten 187,5 kg wurde, konnte er sich für den Kader qualifizieren. Er hatte sich einiges vorgenommen, war allerdings mit einer kleinen Brustverletzung etwas gehandicapt. Mit 190 kg ging er in den Wettkampf und konnte diese auch gültig bewältigen, ebenso wie die 197,5 kg im Zweitversuch. Nun wollte er im Drittversuch die Bronzemedaille angreifen und verlangte dafür nach 202,5 kg. Doch hier machte sich seine Verletzung wieder bemerkbar und so konnte er das Gewicht nicht in die Wertung bringen. Bei seinem internationalen Debut konnte er einen ausgezeichneten vierten Platz belegen! Gold ging mit neuem WR von 216,5 kg an Yusuke Suzuki, Silber mit 216 kg an den Ukrainer Tsaturian Volodymyr und Bronze an den Georgier Davit Gabalaia mit 200 kg.

In der Klasse bis 105 kg hatten wir mit Jan Bast und Christoph Scheel gleich zwei Athleten am Start. Den Anfang machte Christoph, der seinem kleinen Bruder nacheifern wollte, mit 220 kg, welche gültig waren. Jan startete mit 227,5 kg ebenfalls gültig in den Wettkampf. Christoph verlangte in der zweiten Runde nach 225 kg und auch dieses Gewicht war keine Hürde für ihn. Jan ist bereits AK 1 Athlet, wollte aber sein Können unbedingt bei den Aktiven unter Beweis stellen. Bei den Masters wäre er mit seinem Anfangsversuch bereits Weltmeister geworden. Er verlangte nun nach 230 kg, was zudem ein neuer Weltrekord in der AK 1 gewesen wäre, doch leider verließen ihn auf den letzten Zentimetern im Lockout die Kräfte. Nun ging es in die dritte Runde. Den Anfang machte Christoph, welcher ebenfalls 230 kg drücken wollte, doch an diesem Tag sollte es noch etwas zu schwer sein. Er belegte letztendlich mit den 225 kg den achten Platz. Jan wollte erneut den WR der AK 1 angreifen, doch wie schon im Zweitversuch waren die letzten Zentimeter etwas zu viel des Guten. Somit belegte er mit den gedrückten 227,5 kg den siebten Platz. Gold ging an den US-Amerikaner Joseph Amendola mit neuem WR von 247,5 kg, Silber an den Mongolen Sodnompiljee Enkhbayar mit 247 kg und Bronze an den US-Amerikaner Michael Dudley mit 245 kg.

Equipped-WM

Direkt nach den Classic-Wettkämpfen ging es dann mit den Equipped-Wettkämpfen weiter. Den Anfang machte hier aus deutscher Sicht Sonja Stefanie Krüger bei den Juniorinnen bis 72 kg. Im letzten Jahr konnte sich Sonja den WM-Titel in dieser Klasse sichern und ging demnach als Titelverteidigerin an den Start. Wenn man sich die Anfangsversuche betrachtete, so konnte Sonja ihrer Favoritenrolle auch mehr als gerecht werden. Sonja ging mit 157,5 kg in den Wettkampf, welche sie auch sicher in die Wertung brachte. Damit hatte sie bereits nach der ersten Runde einen Vorsprung auf die Zweitplatzierte von 20 kg. In ihrem Zweitversuch verlangte sie nach 162,5 kg, doch aufgrund eines technischen Fehlers misslang ihr dieser Versuch. Nachdem klar war, dass Sonja der Titel nicht mehr zu nehmen war, steigerte sie im Drittversuch auf 173 kg, was ein neuer Juniorenweltrekord bedeutet hätte. An diesem Tag war das Gewicht noch etwas zu schwer, aber der neunte WM-Titel war ihr mit den gedrückten 157,5 kg aus dem Erstversuch nicht mehr zu nehmen. Silber ging mit 142,5 kg an die Russin Anna Mikryukova und Bronze mit der gleichen Last aber knapp 2,5 kg mehr Körpergewicht an die US-Amerikanerin Katie Salernie. In der Relativwertung belegte Sonja den zweiten Platz hinter der Gewinnerin der bis 57 kg Klasse, Daniela Kolesnik aus Russland, und vor der Gewinnerin der bis 84 kg Klasse, Yana Pokazaneva ebenfalls aus Russland.

Als nächstes ging Cathrin Silberzahn in der Klasse bis 72 kg der Aktiven an den Start. Cathrin begann ihren Wettkampf mit 140 kg, welche sie sicher in die Wertung brachte. Für ihren Zweitversuch verlangte sie nach 147,5 kg und auch dieses Gewicht war kein Problem für sie. Nun hieß es im Drittversuch die Bronzemedaille anzugreifen, hierfür waren zu diesem Zeitpunkt 162,5 kg notwendig, doch an diesem Tag war das leider noch etwas zu viel des Guten. Somit belegte Cathrin mit den gedrückten 147,5 kg den siebten Platz in dieser Klasse. Gold ging mit WR von 191 kg an Rhaea Stinn aus Kanada vor Tetyana Melnyk aus der Ukraine mit 190,5 kg und Bronze an die Russin Mariia Dubenskaia mit 175 kg.

Bei den männlichen Junioren ging in der Klasse bis 105 kg Christian Flueras an den Start. Nachdem er ein paar Tage zuvor bereits Classic gestartet ist, standen die Chancen auf eine Topplatzierung bei den Equipped-Wettkämpfen deutlich größer. Christian stieg mit 240 kg in den Wettkampf ein, welche er sicher in die Wertung brachte und sich damit bereits auf den dritten Platz schob nach der ersten Runde. In seinem Zweitversuch verlangte er nach 250 kg und auch dieses Gewicht stellte kein Problem dar und er konnte seinen dritten Platz weiter festigen. Nachdem klar war, dass er weder vom Treppchen verdrängt werden konnte noch eine realistische Chance auf Silber hatte, ließ Christian 265 kg auflegen, was ein neuer deutscher Juniorenrekord gewesen wäre. Doch an diesem Tag war das noch etwas zu viel. Mit den gedrückten 250 kg konnte er aber die verdiente Bronzemedaille in Empfang nehmen. Gold ging an den Russen Evgenii Roenko mit 305 kg und Silber ebenfalls an den Russen Roman Simakhin mit 300 kg.

Der letzte deutsche Equipped-Athlet war dann in der Klasse bis 83 kg bei den Aktiven Raik Günterberg. Seine Vorbereitung verlief vielversprechend und so hatte er sich einiges vorgenommen. Mit 260 kg wollte er in den Wettkampf starten, doch er hatte große Probleme mit dem Rausheber und konnte seine gewünschte Startposition nicht finden. So bekam er den Versuch leider ungültig in die Wertung. In seinem Zweitversuch machte er dem Rausheber klar, wie er das Gewicht gerne übergeben bekommen würde, doch auch hier war es nicht wie gewünscht und auch dieser Versuch war leider ungültig. Nun hieß es alles in den Drittversuch zu stecken, doch die bereits zwei ungültigen Versuche haben ihre Spuren hinterlassen und Raik konnte auch diesen Versuch nicht in die Wertung bringen. So schied Raik leider ohne gültigen Versuch aus dem Wettkampf aus. Kopf hoch Raik, Mund abwischen und stärker zurückkommen. Das Potenzial hast Du dafür allemal! Gold ging an den Kasachen Askar Shokhanov mit neuem Weltrekord von 315,5 kg, Silber an den Russen Sergey Knyazev mit 297,5 kg und Bronze ebenfalls an den Russen Evgenii Vasiukov mit 290 kg. 

Fazit

Wie in den letzten Jahren gewinnen wir die Medaillen mehr im Equipped-Bereich als im Classic-Bereich. Die Qualität der Classic-Klassen ist allerdings auch wesentlich dichter, so dass hier zwischen dem 1. und 6. Platz oft nur ein paar Kilo liegen. Wir dürfen gespannt sein, ob der Trend in den Equipped-Klassen weiterhin abnimmt.

Ein besonderes Dankeschön gilt unserer Kampfrichterin Kerstin Klawitter-Thomsen. Sie war von Tag eins bis zum letzten Tag im Einsatz und dies teils mehrfach täglich. Wenn sie nicht richten musste, war sie ebenfalls zum Betreuen bei den Athleten dabei. Danke Kerstin für Deine immer wieder unermüdlichen Einsätze vor und hinter der Hantel!

 

 

Markus Schick
Referent für Bankdrücken der Jugend, Junioren und Aktive im BVDK e. V.

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de