Norddeutsche Meisterschaften 2016 Bankdrücken in Preetz

Die interessierten Zeitgenoss/innen wissen seit längerem, dass Bankdrücken nicht mehr nur eine reine Kraftübung für sog. „Kraftmeier“ ist, sondern eine spezielle Sportart mit international festgelegten Regeln, die von durchtrainierten Athletinnen und Athleten sehr ernsthaft betrieben wird. Davon konnte man sich anlässlich der in Preetz (Schleswig-Holstein) am 30. April 2016 in der Wilhelminenhalle des Preetzer TSV durchgeführten norddeutschen Meisterschaften im Bankdrücken aller Altersklassen in den Disziplinen „RAW“ und „mit Equipment“ überzeugen.

Die kleine Stadt Preetz, gelegen am Rande der sog. holsteinischen Schweiz, bietet schon seit vielen Jahren im Verein Preetzer TSV interessierten Kraftsportlerinnen und Kraftsportlern neben dem Gewichtheben auch eine breite Plattform für Kraftdreikampf, Bankdrücken und Kreuzheben. Gerade das war für die Verantwortlichen der Gruppe Nord neben dem üblichen turnusmäßigen Wechsel der Grund, eine solche Meisterschaft zum wiederholten Male in die Hände dieses Vereins zu geben.

59 gemeldete Teilnehmer, darunter auch drei kraftsportbegeisterte Frauen, stellten sich der Herausforderung und maßen ihre Kräfte in den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen.

Herausgekommen sind zum Teil sehr gute Leistungen. Die höchste Tageslast mit Equipment bewältigte Sven Lange vom SV Motor Barth in der Aktivenklasse mit immerhin 280 kg. In der „RAW“-Klasse waren die Leistungen natürlich etwas geringer, aber mit gedrückten 190 kg in der Altersklasse II durch Torsten Pecht vom gastgebenden Verein hatten sie doch einen gehobenen Standard. Alle Ergebnisse sind im Übrigen auf der BVDK-Homepage bei den Landesverbänden nachzulesen.

Wie schon erwartet, hatten die Verantwortlichen des Preetzer TSV unter Führung des neu gewählten Abteilungsleiters Lutz Jarre und seiner Helfer eine gut organisierte Veranstaltung auf die Beine gestellt, die zu Kritik nur wenig Anlass geboten hat. Gerechte Kampfrichterleistungen, eine von Thomas Göck zeitgleich geführte Datenbank und einige freiwillige Helfer/innen neben und auf der Heberplattform haben für einen fast reibungslosen Ablauf gesorgt. Die bei einer solchen Veranstaltung leider immer wieder zutage kommenden kleinen und großen Probleme wurden allesamt mit der notwendigen Gelassenheit aufgegriffen und mit Hilfe einiger aktiver Sportler kurzfristig behoben.

Beeindruckt hat auch das reichhaltige Büfett, das von der Familie Adam geliefert und betreut wurde.

Erfreut zeigte sich der Vorsitzende der Gruppe Nord, Jens-Uwe Bornhöft, von der Tatsache, dass inzwischen in der Gruppe Nord immer mehr Kraftsportler/innen einen Start im „RAW-Wettbewerb“ bevorzugen: „Es ist nach meiner Überzeugung künftig zu erwarten, dass sich noch mehr aktive Sportler/innen dem „Equipment-freien“ Bankdrücken anschließen werden und das nicht nur aus Kostengründen“, man kann es an den Zahlen festmachen: „RAW“ hatte 39 Starter/innen, mit Equipment traten 20 Sportler an“, betonte er in seinen Grußworten.

Es mag sein, dass manche Athletinnen und Athleten  mit ihren Ergebnissen und auch mit den Bewertungen durch die Kampfrichter/innen nicht immer zufrieden waren, aber das gehört nun mal zum Sport dazu und ist fast unvermeidbar, es sollte aber niemanden entmutigen, solche Sportereignisse zu organisieren bzw. daran teilzunehmen. Nur mit gelungenen Veranstaltungen kann sich der Kraftsport in Norddeutschland weiter gut in der Öffentlichkeit präsentieren, leider ist es ja inzwischen nicht mehr so einfach, Ausrichter für solche Events zu finden, weil der materielle wie auch der personelle Aufwand bei einer norddeutschen Meisterschaft inzwischen relativ groß ist. Der Preetzer TSV SV hat es aber gezeigt, dass es geht. Dafür gebührt ihm der Dank der Gruppe Nord.

 

Jens-Uwe Bornhöft

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de