Rettet der Länderpokal das Mannschaftsbankdrücken???

Der Länderpokal im Bankdrücken fand am 1. Dezember 2012 beim FC Rhein-Main Rüsselsheim unter Federführung des hessischen Athletenverbandes statt.

Nach DMM, Bundesliga und wieder DMM sah es 2011 mit nur vier Mannschaften trübe aus im Bankdrücken als Team-Wettbewerb. Die Idee entstand, einen Länderpokal als alternatives Format anzusetzen, wie s...chon seinerzeit für den Mannschaftswettbewerb KDK der Frauen. Auch die Bundesliga KDK schwächelt n den letzten Jahren ... vier Mannschaften im Süden. Das ist traurig, aber ein anderes Thema.

Zu den Fakten: Sechs Teams zu je 5 Mann aus den Landesverbänden Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. 87 Versuche, davon 50 gültig. Durchschnittliches Teamresultat waren 566 Relativpunkte (was ziemlich stark ist), drei deutsche Rekorde, erstmals in Deutschland zwei Heber über 300kg, 14 Medaillen, 151kg Sachpreise, 81 belegte Brötchen und 5 Kisten isotonische Malzgetränke im Verzehr. Hessen gewinnt vor dem wildesten Bundesland Harz, Sachsen schafft die Olympia-Norm! Beginn 14 Uhr, offizielles Ende gegen 19.30 Uhr, inoffizielles Ende beim Wirt der Horlachschenke zu erfragen, wer sich erinnert, war nicht dabei.
(Ergebnisse selbst sind der Ergebnisliste zu entnehmen)
So what???

Für mich selbst war es die 13. Teilnahme an einem nationalen Mannschaftsbankdrückwettkampf und ich erlaube mir eine etwas persönliche Einordnung. Für Hessen war es der erste Wettkampf nach dem Tod unseres Urgesteins und Nicht-Bankdrückers Rudi Küster. Der Verband stellte Trauerflor bereit und nahezu alle Beteiligten bezeugten auf diese Weise ihren Respekt vor Rudi. Die Organisation war unspektakulär, für alles war gesorgt, das Fitness-Studio von Udo Krüger war einmal mehr Schauplatz eines durchaus gemütlichen Wettkampfs. Die extra mitgebrachte Wertungsanlage fiel aus, also mussten die alten Kellen von anno Tobak herhalten. Es störte eigentlich niemand. Die Crew am Sprechertisch hatte so ihre kleinen Mühen mit dem Wertungsprogramm ... aber auch das fiel nicht wirklich auf. Dann musste halt mit Zetteln und Bleistift gerechnet werden, man hat ja mal in der Schule aufgepasst.

Was von Beginn an auffiel, die Mannschaften liefen alle in eigenen T-Shirts (Nickis) auf, Sachsen grün, Hessen blau, Niedersachsen irgendwas von allerlei, Bayern weiß, Thüringen rot, NRW gelb. Die Teams hatten sich vorbereitet, die Mannschaften wollten diesen Wettkampf. Getragen wurde das Ganze von Sportlern und Sportlern in Funktionärsposition. Es fehlten hochrangige Offizielle. Egal wohin man blickte, überall wurde gegrinst, gelacht, gescherzt. Wenn diese Stimmung zu halten ist, sieht es gut aus für den Mannschaftssport Bankdrücken. Letztlich fördert man so auch den Zusammenhalt innerhalb der Landesverbände und die Landesverbände sind schließlich die Träger des BVDK! Dadurch, dass sich viele Sportler natürlich über alle Grenzen hinweg kennen, war der Konkurrenzdruck eher gering. Über die föderale Wettkampfsituation wurde mancher Witz gemacht.

Im Einzelnen möchte ich weder über die 322,5 kg von Kevin berichten, noch über Wulffs 305 kg, auch Markus war mit 260 kg wie gewohnt eifrig am Punkte sammeln. Frank Barthel vom SV Groß-Kochberg in Thüringen schied ohne Wertung aus. Dennoch bleibt er mir als Gesicht des Länderpokals in Erinnerung. Sichtlich nervös wollte der Junior sein Team mit mindestens seiner Bestleistung (ich meine 230 kg) unterstützen. Früh begann er mit einem harten Aufwärmprogramm und hatte auf der Bühne seine Mühe mit dem Hemd und schied letztlich ohne Wertung aus! Für Heber wie ihn ist ein solcher Länderpokal gedacht! Junge motivierte Kerle auf dem Weg an die nationale Spitze, die stolz sind für ihr Bundesland zu starten. Nicht immer gelingt alles, aber es muss auch nicht immer alles gelingen.

Wenn es nun darum geht, ob dieses Format beibehalten werden soll, befrage man am besten die Sportler selbst. Der LV „Harz“ stellt sich als Ausrichter für 2013 zur Verfügung ... und gäbe es einen
besseren Ort als das Land der 300kg-Brocken?? Im Harz der Republik!

Die Stimmung mag sich im Mannschaftsbild eingefangen fühlen und ja, so rettet der Länderpokal tatsächlich das Mannschaftsbankdrücken!!! Ole!

Die Sieger und jeder andere Starter durfte ein Sponsorenpäckchen von BMS mit nach Hause nehmen.

Text: Vertreter des Ligenleiters und Ersatzheber Hessens und Mitausdenker des LP

 

Weitere Bilder gibt es hier.

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de