Silbermedaille für Joschua-Noah Berger bei der WM im Classic-Bankdrücken

Top 10 Platzierung für Sandra Augustiniok und Philipp Ziemer 

Nur vier Wochen nach der Weltmeisterschaft im Equipped-Bankdrücken fanden vom 17.05. bis 19. Mai 2018 die Classic-Weltmeisterschaften im Bankdrücken der Jugend, Junioren und Aktiven im finnischen Vantaa statt.

Leider haben aus deutscher Sicht, ähnlich wie auch schon zur Equipped-WM in Südafrika einige Athleten, auch aus finanziellen Gründen, abgesagt. So gab es auch dieses Mal leider nur einen sehr kleinen, überschaubaren Kader von vier Athleten.

Den Anfang machte, in ihrem ersten Juniorenjahr, Sandra Augustiniok in der Klasse bis 72 kg. Mit 87,5 kg begann Sandra ihren Wettkampf, welche sie sicher in die Wertung brachte. In ihrem Zweitversuch verlangte sie nach einer neuen persönlichen Bestleistung von 95 kg und auch dieses Gewicht brachte sie gültig in die Wertung. Um in die Top fünf zu kommen, waren 97,5 kg nötig und dieses Gewicht verlangte Sandra auch. Doch leider konnte sie diesen Versuch nicht gültig in die Wertung bringen. Mit den 95 kg aus dem Zweitversuch konnte sie letztendlich den siebten Platz belegen. Die Goldmedaille ging an die Schwedin Vilma Olsson mit 107,5 kg. Silber ging an die Russin Anna Mikryukova mit 105 kg und Bronze an die Finnin Julianna Lollo mit 102,5 kg.

Bei den männlichen Junioren startete in der Klasse bis 59 kg Joschua-Noah Berger. Für ihn war es sein erster Start bei einer WM. Im letzten Jahr konnte er bei der EM sein internationales Debut geben und sich dort den EM-Titel auf Anhieb sichern. Auch bei dieser WM war sein Anspruch eine Medaille zu holen. Mit 130 kg stieg er in den Wettkampf ein und konnte diese auch gültig in die Wertung bringen. Damit lag er nach dem ersten Durchgang bereits auf dem Silberrang. In seinem Zweitversuch verlangte er nach 137,5 kg, was nicht nur eine neue persönliche Bestleistung gewesen wäre, sondern auch ein neuer Deutscher Rekord der Aktiven und Junioren. Auch dieses Gewicht brachte er gültig in die Wertung und so baute er seinen Vorsprung auf den drittplatzierten Finnen Artturi Verho weiter aus. Der Abstand auf Gold war allerdings an diesem Tag zu groß, so dass er für seinen Drittversuch nach 145 kg verlangte. Doch dieses Gewicht war an diesem Tag leider etwas zu schwer und so blieb es bei den 137,5 kg aus dem Zweitversuch. Doch das war keinesfalls Grund zum Ärgern, denn Joschua-Noah konnte sich somit bei seiner ersten WM auf Anhieb die Silbermedaille sichern und wurde somit Vize-Weltmeister. Gold ging an den Japaner Masatatsu Hondo mit 155 kg und Bronze an den Finnen Artturi Verho mit 117,5 kg.

Nun ging es weiter für Philipp Ziemer bei den Aktiven bis 66 kg. Mit 152,5 kg wollte er in den Wettkampf einsteigen, doch im Erstversuch konnte er dieses Gewicht leider nicht gültig in die Wertung bringen. So hieß es nun im Zweitversuch Nervenstärke zu beweisen und das tat er und brachte die erneut aufgelegten 152,5 kg gültig in die Wertung. Mit seinem Drittversuch wollte er nun einen Top sechs Platz angreifen und außerdem einen neuen Deutschen Rekord drücken. Er verlangte nach 160 kg, doch leider schaffte er es nicht, diesen Versuch in die Wertung zu bringen. Mit den 152,5 kg aus dem Zweitversuch belegte er letztendlich den siebten Platz. Gold ging hier an den Schweden Eddie Berglund mit 211 kg (WR), Silber an den Russen Albert Khabibulin mit 180 kg und Bronze an den Kasachen Yeldos Yermakhanov mit 175 kg.

Als letzter deutscher Athlet ging nun noch in der Klasse bis 74 kg Benjamin Haugk an den Start. Benny hatte in der Vorbereitung zu dieser WM die Ehre ein Trainingslager bei der Bankdrücklegende und IPF Hall of Famer Daiki Kodama in Japan zu absolvieren, welcher ebenfalls in dieser Klasse startete. Benny begann seinen Wettkampf mit 145 kg, welche er sicher in die Wertung brachte. In seinem Zweitversuch verlangte er nach 150 kg, welche er auf den Deutschen Meisterschaften im November vergangenen Jahres bereits drückte und auch dieses Gewicht gelang ihm. Aus taktischer Sicht wäre ich nun auf 157,5 kg gegangen, welche ihm bestenfalls eine Top 10 Platzierung gebracht hätte. Benny entschied sich aber lieber für 155 kg, was für ihn eine neue Bestleistung bedeutete und auch dieses Gewicht drückte er gültig nach oben. Somit belegte er letztendlich den zwölften Platz. Gold ging an den Favoriten und Weltrekordhalter, Daiki Kodama, mit 202,5 kg. Silber an den Ukrainer Volodymyr Tsaturian mit 195 kg und Bronze an den US-Amerikaner Michael Maddox mit ebenfalls 195 kg aber mit 220 g mehr Körpergewicht.

Fazit:

Es mag durchaus sein, dass aufgrund der Classicwelle mehr Teilnehmer an den Wettkämpfen starten, als Betrachter muss man allerdings auch bemerken, dass die Wettkämpfe um einiges „langweiliger“ sind, da eigentlich schon nach dem Erstversuch klar ist, wo die Reise hingeht. Spannendere und auch überraschendere Wettkämpfe gibt es eindeutig im Equipped-Bereich. Das soll allerdings keinesfalls die Leistung der teilnehmenden Athleten schmälern, denn diese sind großartig und sehr stark, es ist aber eben für einen neutralen Zuschauer langweiliger als ein Equipped-Wettkampf.

Im nächsten Jahr werden die Classic- und Equipped-Weltmeisterschaften gemeinsam in Tokio veranstaltet. Dies wird dann wohl die größte WM in der Geschichte der IPF, wobei auch hier abzuwarten bleibt, wer letztendlich die immensen Kosten, die Japan als eines der teuersten Länder der Welt hat, bereit ist zu tragen.

 

Markus Schick
Referent für Bankdrücken der Jugend, Junioren und Aktiven im BVDK e. V.

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de