Silbermedaille für Kevin Jäger und Bronzemedaille für Vivien Röder

Vom 06. bis 08.08.2015 fanden im tschechischen Pilsen die Europameisterschaften im Bankdrücken der Aktiven statt. Insgesamt gingen 43 weibliche Athletinnen und 63 männliche Athleten an die Hantel.

Es gingen vier deutsche Athletinnen und 6 deutsche Athleten an den Start.

Von Sepp Weiß wurde das deutsche Team in seiner gewohnt ruhigen und angenehmen Art als Kampfrichter begleitet.

Klasse bis 47 kg der Frauen
In der Klasse bis 47 kg ging Anja Schreiner für das deutsche Team an den Start. Nachdem es ihr bei den Europameisterschaften im Kraftdreikampf nicht gelang, die Gewichtsklasse zu schaffen, war es auch dieses Mal ein Kampf bis zur letzten Sekunde, aber mit 47,00 kg konnte Anja letztendlich das Gewichtslimit meistern. Schon länger hat sie mit Schulterproblemen zu kämpfen und so auch bei dieser EM. Bei ihrem Anfangsversuch von 90 kg scheiterte sie dann und ihr sprang wohl die Schulter raus. Ihr Betreuer und Physiotherapeut Marc Bielau konnte diese dann wieder justieren und so ging sie im zweiten Versuch erneut an das Gewicht und dieses Mal konnte sie den Versuch gültig in die Wertung bringen. In ihrem dritten Versuch setzte sie dann alles auf eine Karte und verlangte nach 105 kg, womit sie sich auf einen Medaillenrang vorgekämpft hätte, aber wie schon beim ersten Versuch machte ihr wieder die Schulter Probleme und sie konnte den Versuch leider nicht gültig in die Wertung bringen. Mit den gedrückten 90 kg belegte sie den vierten Platz und konnte dem deutschen Team sieben Nationenpunkte bescheren. Das MRT ergab im Anschluss an den Wettkampf eine angerissene Bizepssehne, einen Muskelfaserriss und eine Kapselentzündung. Wünschen wir Anja eine schnelle und komplette Genesung.

Klasse bis 63 kg der Frauen
Die amtierende Weltmeisterin der Jugend im Bankdrücken, Sonja Stefanie Krüger, startete erstmalig international bei den Aktiven. Mit 15 Jahren war sie die jüngste Teilnehmerin bei diesen Europameisterschaften, aber nicht minder wettbewerbsfähig. Sie eröffnete den Wettkampf mit der Einstellung ihrer Bestleistung von 107,5 kg. Sie hatte jedoch technische Probleme bei diesem Versuch und konnte ihn nicht gültig in die Wertung bringen. Im Zweitversuch passte dann alles und sie konnte die 107,5 kg gültig in die Wertung bringen. Da sowohl nach vorne als auch nach hinten nichts abzusichern war, verlangte Sonja in ihrem Drittversuch nach 115 kg, was ein neuer Weltrekord der Jugend gewesen wäre, doch an diesem Tag war das Gewicht noch etwas zu schwer. Trotzdem konnte sie mit den gedrückten 107,5 kg einen tollen fünften Platz als 15-jährige bei den Aktiven belegen und wertvolle sechs Nationenpunkte dem deutschen Team beisteuern.

Klasse bis 72 kg der Frauen
Mit Ina Scholz und Vivien Röder starteten in der Klasse bis 72 kg unsere zwei Mädels aus Sachsen. Nachdem im Vorjahr Vivien einen unglücklichen vierten Platz belegte, wollte sie in diesem Jahr wie schon im Jahr 2013 nach einer Medaille greifen. Und dieses Mal gelang ihr auch ein toller Wettkampf, bei dem sowohl taktisch als auch physisch alles passte.
Den Anfang machte Ina Scholz und sie konnte ihren Wettkampf mit einem gültigen Versuch von 120 kg eröffnen und setzte sich damit nach der ersten Runde vorerst auf den fünften Platz. Mit 140 kg legte Vivien im ersten Versuch gleich schon eine gute Leistung vor, so dass sie nachdem die Schwedin Andrea Hammarstrom relativ chancelos an ihrem Anfangsversuch scheiterte und Ankie Timmers ein technisches Problem hatte, hinter der Russin Yulia Chistiakova auf dem zweiten Platz landete.
Für Ina standen nun im zweiten Versuch 125 kg an und auch diesen Versuch brachte sie sicher und gültig in die Wertung. Vivien konnte im zweiten Durchgang die geforderten 145 kg ebenfalls sicher in die Wertung bringen, rutschte aber auf den dritten Platz ab, da Ankie Timmers die geforderten 155 kg gültig in die Wertung brachte. Hammarstrom scheiterte wie schon im Erstversuch recht klar.
Für Ina ging es nach zwei sehr guten Versuchen nun um eine neue persönliche Bestleistung und sie verlangte nach 127,5 kg. Auch dieser Versuch gelang ihr und mit drei gültigen Versuchen und einer neuen persönlichen Bestleistung von 127,5 kg konnte sie einen sehr guten sechsten Platz belegen und dem deutschen Team fünf Nationenpunkte beisteuern. Nun ging das Pokern um die Medaillen los. Nachdem die Russin Chistiakova und Timmers den Sieg unter sich ausmachen sollten, verlangte Vivien nach 147,5 kg, da sie leichter als die Österreicherin Bianca Wienroither war, sollte sie im Falle eines gültigen Versuches die besseren Karten in der Hand haben. Ihr gelang auch dieser Versuch und nun hieß es abwarten... Als erstes musste sie die Österreicherin Wienroither abwarten, welche nach 150 kg verlangte, doch dieses Gewicht war für sie an diesem Tag zu schwer und so musste Vivien nur noch eine Athletin abwarten und zwar die Schwedin Hammarstrom, welche nach den ungültigen zwei Versuchen nun im Drittversuch erneut an 165 kg ging. Doch wie schon in den vorangegangenen Versuchen war auch dieses Mal das Gewicht deutlich zu schwer und sie schied ohne gültigen Versuch aus. Damit konnte Vivien nach einem tollen Wettkampf die verdiente Bronzemedaille entgegennehmen und dem deutschen Team acht Nationenpunkte beisteuern. Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis von beiden Mädels!

Mit 26 Nationenpunkte belegten unsere Damen den sechsten Nationenplatz von insgesamt 15 Nationen, was eine tolle Leistung ist. Platz fünf ging ebenfalls mit 26 Punkten an das ungarische Team. Sie hatten aber eine bessere Platzierung in den Einzelergebnissen.

Klasse -74 kg der Männer

In der Klasse bis 74 kg starteten wie schon bei der WM Raik Günterberg sowie Markus Schick. Raik begann seinen Wettkampf mit 210 kg, welche er sicher in die Wertung brachte. Markus eröffnete seinen Wettkampf mit 232,5 kg, welche ebenfalls gültig waren und ein neuer Deutscher Rekord bedeutete. Raik verlangte für seinen Zweitversuch nach 220 kg, was eine neue Bestleistung für ihn wäre und auch dieser Versuch gelang. Der Zweitversuch von Markus mit 240 kg wurde mit 2:1 Kampfrichterstimmen ungültig gewertet.
Raik versuchte in seinem Drittversuch noch seine aktuelle Platzierung zu verbessern und verlangte nach 227,5 kg, doch dieses Gewicht war an diesem Tag noch etwas zu schwer und so belegte er mit den gedrückten 220 kg den sechsten Platz und konnte fünf Nationenpunkte beisteuern.
Markus verlangte in seinem Drittversuch erneut nach 240 kg, womit er die Silbermedaille gewonnen hätte, doch dieses Gewicht war zu schwer und so belegte er mit den gedrückten 232,5 kg den vierten Platz aufgrund des schwereren Körpergewichtes und konnte sieben Nationenpunkte beisteuern.

Klasse -93 kg der Männer
Mit Michael Hildebrandt startete wie schon bei der WM in der Klasse bis 93 kg. Die Vorbereitung lief sehr vielversprechend, so dass er sich einiges vorgenommen hatte. Mit 250 kg startete er in den Wettkampf und konnte diese gültig in die Wertung bringen. Im Vorjahr scheiterte er an gleicher Stelle an 260 kg. In diesem Jahr sollten sie endlich fallen und so gelangen sie ihm auch im zweiten Versuch und er konnte eine neue persönliche Bestleistung verbuchen. Für seinen Drittversuch verlangte er nun nach 265 kg und an diesem Tag sollte ihm auch dieser Versuch gelingen! Mit einem tollen Wettkampf und einer neuen Bestleistung von 265 kg konnte er letztendlich in einem sehr starken Feld den achten Platz belegen und damit drei Nationenpunkte beisteuern.

Klasse -105 kg der Männer
In der Klasse bis 105 kg hatten wir zwei Athleten vertreten mit Sven Stecklina und Mirko Vahl. Beide erwischten leider nicht ihren besten Tag. Sven begann seinen Wettkampf mit 240 kg, welche er aber nicht gütlig in die Wertung bringen konnte. Mirko hatte bei seinem Anfangsversuch von 250 kg Probleme mit seinem Shirt und konnte diesen Versuch ebenfalls nicht in die Wertung bringen. Im Zweitversuch von Sven passte es dann besser und er wiederholte die 240 kg, welche er dieses Mal gültg in die Wertung brachte. Aufgrund der Probleme im Erstversuch verlangte Mirko nun nach 260 kg, doch auch mit diesem Gewicht kam er nicht vernünftig zur Brust und scheiterte an diesem Versuch. Sven verlangte für seinen Drittversuch nun nach 250 kg, doch dieses Gewicht war an diesem Tag zu schwer und er konnte mit den gedrückten 240 kg aus dem Zweitversuch den neunten Platz belegen und zwei Nationenpunkte beisteuern. Mirko ging in seinem Drittversuch erneut an 260 kg, doch wie schon in den ersten zwei Versuchen sollte es ihm an diesem Tag nicht gelingen einen gültigen Versuch in die Wertung zu bringen und so schied er leider aus.

Klasse bis 120 kg der Männer
In der Klasse bis 120 kg hatte das deutsche Team dann mit Kevin Jäger seinen Topathleten am Start. Schaute man sich die Meldungen an, war klar, dass diese Klasse eine sehr enge Kiste werden sollte. Mit dem amtierenden Weltmeister und Weltrekordhalter Sergey Selezen aus Russland war der Topfavorit am Start, gefolgt von dem Ungarn Laszlo Santa, dem Norweger Per Marius Hole und natürlich Kevin. Den Anfang machte Selezen, welcher mit 317,5 kg den Wettkampf eröffnete. Nun kam der Norweger Hole, der sich an seinem Anfangsversuch von 325 kg allerdings an der Schulter verletzte und den Wettkampf ohne gültigen Versuch beenden musste. Jetzt war Kevin an der Reihe. Er eröffnete seinen Wettkampf mit 330 kg und brachte diese auch sicher in die Wertung. Als letztes aus diesem Quartett startete nun der Ungar Santa mit 335 kg, doch diese konnte er nicht gültig in die Wertung bringen.
Nun war wieder Selezen an der Reihe, der nach 327,5 kg verlangte und diese wie schon seinen Anfangsversuch sehr leicht und sicher in die Wertung brachte. Santa verlangte nun erneut nach 335 kg, doch wie schon im Erstversuch hatte er mit seinem Shirt Probleme und konnte den Versuch nicht gültig in die Wertung bringen. Nun war wieder Kevin an der Reihe und er verlangte nach 337,5 kg, was ein neuer Weltrekord der Junioren gewesen wäre und dieser Versuch gelang ihm und damit lag er weiterhin in Führung und er verbesserte seinen eigenen Weltrekord um 4 kg.
Nun ging es in den letzten Durchgang und der hatte es in sich. Den Anfang machte wieder Selezen, da er schwerer als Kevin war, brauchte er 340 kg um sich an die Spitze zu setzen und auch dieser Versuch gelang ihm und er übernahm die Führung. Der Ungar, der bisher aufgrund von Problemen mit seinem Shirt noch keinen gültigen Versuch in der Wertung hatte setzte nun alles auf eine Karte und verlangte nach 343,5 kg, was ein neuer Aktivenweltrekord gewesen wäre, doch dieses Gewicht war an diesem Tag zu schwer und so schied er ohne gültigen Versuch aus. Als letztes war nun Kevin an der Reihe und er verlangte nach 344 kg. Doch leider sollte das Gewicht an diesem Tag noch etwas zu schwer sein und er scheiterte knapp an diesem Versuch. Mit den gedrückten 337,5 kg aus dem Zweitversuch konnte er sich den Vize-Europameistertitel mit einem neuen Weltrekord der Junioren sichern. Mit den 195,01 Relativpunkten erzielte er zudem das höchste Ergebnis, was je ein deutscher Athlet erreicht hat! Herzlichen Glückwunsch Kevin zu einem Bombenwettkampf!

Wie schon bei den Frauen, erreichte auch unser Männerteam 26 Nationenpunkte und auch hier belegten wir einen tollen sechsten Platz bei 16 Nationen!

 

Markus Schick
Referent für Bankdrücken der Aktiven, Jugend und Junioren im BVDK e. V.

 

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de