Silbermedaille für Silvia Szarvas bei den Europameisterschaften im Classic-Bankdrücken

Vom 09. bis 12. August 2018 fanden im französischen Merignac nahe Bordeaux die Europameisterschaften im Classic-Bankdrücken der Aktiven und Junioren statt. Insgesamt gingen 65 weibliche Athletinnen bei den Juniorinnen und Aktiven und 96 männliche Athleten bei den Junioren und Aktiven an die Hantel.

Aus deutscher Sicht gingen die bereits bei der Weltmeisterschaft gestarteten Sandra Augustiniok, Philipp Ziemer und Benjamin Haugk sowie zusätzlich Silvia Szarvas an den Start. Als Kampfrichter war Sepp Weiß mal wieder gewohnt souverän im Einsatz.

Klasse bis 72 kg der weiblichen Juniorinnen

Sandra hatte in diesem Jahr bereits an den Weltmeisterschaften im Classic-Bankdrücken sowie den Weltmeisterschaften im Classic-KDK teilgenommen. Bei der WM im Bankdrücken konnte sie den siebten Platz belegen und bei der WM im KDK ebenfalls den siebten Platz. Das Teilnehmerfeld ließ einen spannenden Wettkampf versprechen und Sandi hatte durchaus auch die Chance um die Medaillen mitzukämpfen. Sie begann den Wettkampf mit 82,5 kg, welche sie sicher in die Wertung brachte. In ihrem Zweitversuch verlangte sie nach 87,5 kg, welche ebenfalls kein Problem darstellten. Um die Bronzemedaille anzugreifen, hätte sie 100 kg auflegen lassen müssen, was aber an diesem Tag nicht realistisch gewesen wäre. Demnach verlangte sie im Drittversuch nach 90 kg, womit sie sich kurzzeitig auf den vierten Rang vorschob, da die Lokalmatadorin Camille Pailha bis dato nur ihren Anfangsversuch von 87,5 kg in der Wertung hatte. Auch diesen Versuch konnte sie gültig in die Wertung bringen und damit auf den vierten Platz vorziehen. Leider hatte aber Camille Pailha im Drittversuch die geforderten 92,5 kg in die Wertung gebracht und konnte Sandi noch auf den fünften Platz setzen. Doch in ihrem ersten Juniorenjahr sind die belegten Platzierungen bei den Weltmeisterschaften und nun der fünfte Platz bei der EM nichts womit man sich verstecken muss. Gold ging mit 105 kg an die Russin Anna Mikryukova, Silber mit 102,5 kg an die Finnin Julianna Lollo und Bronze mit 97,5 kg an die Norwegerin Marthine Myhr. Ich bin mir sicher, dass Sandi in den nächsten Jahren noch von sich hören lässt!

Klasse bis 84 kg der weiblichen Aktiven

Für Silvia war es in diesem Jahr nach der WM im Classic-KDK ihr zweiter internationaler Wettkampf. Bei der WM konnte sie einen starken fünften Platz belegen und zudem im Bankdrücken die Bronzemedaille gewinnen. Hier bei der EM ging es für sie auch von Anfang an um Edelmetall. Mit 115 kg startete sie in den Wettkampf, welche sie sehr leicht in die Wertung brachte. Für ihren Zweitversuch verlangte sie nun nach 122,5 kg, welche sie ebenfalls gültig in die Wertung brachte. Damit lag sie zwischenzeitlich auf dem ersten Platz, da die Schwedin Susanna Torronen ihren Zweitversuch nicht gültig in die Wertung brachte. Für ihren Drittversuch verlangte sie nun nach 125 kg und auch diese brachte sie gültig in die Wertung. Taktisch besser wäre sicherlich ein Angriff auf Gold gewesen, da sie auch noch die bessere Losnummer hatte und somit die Schwedin zum Kontern herausgefordert hätte. Somit musste Torronen nun „nur“ die 127,5 kg aus dem Zweitversuch auflegen. Diese drückte sie auch dieses Mal und konnte sich somit Gold sichern. Die Silbermedaille ging mit starken 125 kg an Silvia und Bronze mit 105 kg an die Polin Aneta Szot.

Klasse bis 66 kg der männlichen Aktiven

Philipp Ziemer konnte bei der WM mit 152,5 kg den siebten Platz belegen. Bei der EM im Vorjahr hatte er Bronze gewonnen, was aber aufgrund der Meldeliste in diesem Jahr nicht realistisch erschien. Philipp startete mit 150 kg, welche er sicher in die Wertung brachte. In seinem Zweitversuch verlangte er nach 155 kg, welche er aber leider nicht in die Wertung bringen konnte, ebenso im Drittversuch. Somit belegte er am Ende den fünften Platz. Gold ging mit überragenden 200 kg an den Schweden Eddie Berglund, Silber mit 165 kg an den Franzosen Manuel Virgilio und Bronze ebenfalls mit 165 kg aber 60 g mehr Körpergewicht an den Georgier Giorgi Bejashvili.

Klasse bis 74 kg der männlichen Aktiven

Der letzte deutsche Starter bei den Männern war dann Benjamin Haugk in der Klasse bis 74 kg. Nachdem die WM schon nicht so erfolgreich wie erhofft für ihn verlief, wollte er bei dieser EM besser abschneiden. Mit einem Trainingslager in Japan bei Daiki Kodama sowie dem Trainingsplan vom Bundestrainer Dietmar Wolf hatte er zumindest alle nötigen Weichen gestellt. Mit 147,5 kg startete Benny in den Wettkampf. In seinem Zweitversuch verlangte er nun nach 152,5 kg, doch dieses Gewicht konnte er nicht in die Wertung bringen. Im Drittversuch wollte er zumindest nochmal versuchen seine Platzierung zu verbessern und verlangte nach 155 kg, aber auch dieses Gewicht sollte ihm nicht gelingen. Somit belegte er letztendlich den 13. Platz, sicherlich nicht das, was er sich vornahm. Gold ging mit 212,5 kg, einem neuen Weltrekord, an den Ukrainer Ivan Chuprinko, Silber mit 195 kg ebenfalls an den Ukrainer Volodymyr Tsaturian und Bronze mit 192,5 kg an den Russen Dmitrii Luchkin.

 

Auch wenn der Classic-Trend weiterhin anhält müssen wir uns in Deutschland allerdings eingestehen, dass gerade im Aktivenbereich wir hier, genauso wie auch im KDK, eher eine untergeordnete Rolle spielen. Im Equipment-Bereich haben wir Athleten, welche zur absoluten Weltklasse gehören, wollen wir hoffen, dass wir in Zukunft auch im Classic-Bereich an die Erfolge anknüpfen können.

 

 

Markus Schick
Referent im Bankdrücken der Jugend, Junioren und Aktiven im BVDK e. V.

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de