Starkes Bayernligafinale

Nach der ersten Runde Ende Januar beim STC Bavaria 20 Landshut sollte es noch einmal spannend werden. Waren die drei besten Mannschaften nur gute 20 Relativpunkte auseinander. Die Rück- und gleichzeitig Finalrunde der Bayernliga wurde beim Vorjahressieger, dem ESV München-Neuaubing in den heimatlichen Gefilden ausgetragen. Pünktlich um 16.00 Uhr ging es auch schon los.

 

SC Oberölsbach

 
Nach einem starken Einstieg in die neue Saison, wollten die Oberpfälzer nichts anbrennen lassen und ging mit Bestbesetzung an den Start. Als Joker zeigte der ehemalige Bundesligaheber Marc Bielau einen lockeren und punktebringenden Einstand beim SC Oberölsbach. Er begann gleich mit einem neuen bayerischen Rekord in der Klasse bis 83 kg bei nur 74,3 kg Körpergewicht in der Kniebeuge mit 250,5 kg. Mit drei Zentnern im Bankdrücken und starken 265 kg im Kreuzheben rundete er sein Ergebnis ab. Am Ende standen 665,5 kg bzw. gute 477 Punkte zu Buche, die zugleich Bestwert der Saison 2013 bedeuteten.
Zweitstärkste SCOlerin und Athletin des Tages war Anja Schreiner. Sie beeindruckte vor allem bei ihrer Lieblingsdisziplin, dem Bankdrücken. Mit einer sauberen Serie und am Ende 95 kg konnte sie ebenfalls einen Bayerischen Rekord aufstellen. Mit 145 kg aus dem Kniebeugen und 120 kg vom Kreuzheben erreichte sie starke 360 kg bei nur 50,1 kg Körpergewicht. Sie steuerte damit 462 Punkte zum Mannschaftsergebnis bei.
Super-Schwergewichtler Volker Kayser zeigte sich noch leicht geschwächt von einer Grippe. Er konnte aber in der Kniebeuge die 365 kg aus der Vorrunde bestätigen und scheiterte nur knapp am bayerischen Rekordversuch von 390 kg. Im Bankdrücken gelangen ihm solide 195 kg. Im Kreuzheben war die Luft raus. Er konnte aber noch stattliche 255 kg bezwingen. Mit einem Körpergewicht von 169 kg errechneten sich 442 Relativpunkte aus den 815 Dreikampf-Kilos.
Matthias Kürzinger sicherte die Mannschaft mit persönlicher Bestleistung ab. Der nur 83 kg leichte Junior im Team überzeugte mit 230 kg in der Kniebeuge. Auf der Bank gelangen ihm glatte drei Zentner. Im Kreuzheben stellte er seine Bestleistung von 225 kg ein. Im Total aber steigerte er sich auf 605 kg und damit 402 Relativpunkte.

Am Ende standen für den SC Oberölsbach für die zweite Runde 1382 Punkte zu Buche. Sie steigerten ihr Relativtotal um starke 65 Punkte und machten damit den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt.

ESV München-Neuaubing

 
Der Vorjahressieger aus der bayerischen Landeshauptstadt wollte sich noch nicht geschlagen geben und zeigte sich wieder in Bestbesetzung. Die Verletzung von Thomas Reichel aus der ersten Runde war auskuriert. Bester Athlet der Oberbayern war Sebastian Kaindl. Mit nur 95,80 kg Körpergewicht zeigte er starke 451 Punkte. Mit 265 kg aus der Kniebeuge und 172,5 kg auf der Bank legte er die ersten Grundlagen für sein Total von 727,5 kg. Am Ende zeigte er eine starke 3er-Serie und eine neue persönliche Bestleistung von 290 kg, die ein toller Abschluss dieser Veranstaltung waren.
Ihm folgte Thomas Reichel, der sich nach seiner Verletzung stark präsentieren konnte. Mit ordentlichen 270 kg aus dem Kniebeugen und 275 beim Kreuzheben konnte er sichtlich zufrieden sein. Kleiner Wermutstropfen war nur das Bankdrücken. Nur der Einstiegsversuch mit 195 kg wollte gelingen. Hier wird die hohe Steigerung und das dazu für ihn geringe Körpergewicht eine Rolle gespielt haben. Am Ende steuerte er stattliche 740 kg bzw. 445 Punkte zum Mannschaftsergebnis bei.
Der dritte im Bunde, Junior Danijel Wussogk, steuerte wie bereits zur Vorrunde noch gute 429 Punkte bei. Sein Total von 672,5 kg bedeutete gleichzeitig neuer Bayerischer Rekord in der Juniorenklasse bis 93 kg. Nach einem holprigen Start in der Beuge, wo erst der zweite Versuch über 270 kg kampfbetont gelingen wollte, zeigte Danijel im Bankdrücken eine tolle Serie von 170-177,5 und am Ende 182,5 kg. Damit konnte er seinen eigenen Bayerischen Rekord von der Vorrunde nochmals verbessern. Im abschließenden Kreuzheben zeigte er noch einmal ordentliche 220 kg.
Gaststarter und Sicherheitsmann aus Weiden, Bastian Grüner, zeigte sich wieder in einer guten Form. Seine Beugebestleistung konnte er um 10 kg auf nun 290 kg steigern. Beim Bankdrücken und Kreuzheben bestätigte er seine Lasten aus der Vorrunde. Am Ende standen bei ihm 725 kg bzw. 417 Punkte zu Buche.

Im Vergleich zu Vorrunde konnte sich der ESV München-Neuaubing um starke 30 Punkte auf 1325 Punkte steigern. Dies reichte am Ende für einen starken zweiten Platz und war durchaus mehr als bundesligatauglich!

STC Bavaria 20 Landshut I

 
Beim Heimkampf Ende Januar konnte sich die erste Mannschaft des STC Bavaria 20 Landshut noch knapp vor den Titelverteidiger ESV München-Neuaubing durch einen tollen letzten Versuch von Ludwig Rieger setzen. Der Punktegarant des Stemmclubs sollte auch dieses Mal wieder ordentlich Zähler sammeln, leider kam es dann anders als gedacht. Nach einem soliden Einstieg von 277,5 kg in der Kniebeuge, ließ Ludwig gleich seinen eigenen Rekord von 300 kg auflegen. Bei der Abwärtsbewegung hörte man ein Reißen und Ludwig ging samt Hantel zu Boden. Vereinschef Bernhard Hoidn machte sich sofort mit Ludwig auf den Weg zum Krankenhaus, wo glücklicherweise „nur“ ein Muskelfaserriss festgestellt werden konnte. Wir wünschen Ludwig eine schnelle Genesung, um zur Bayerischen im April in Frauenau wieder fit zu sein. Der Ausfall warf den Stemmclub um einige wichtige Punkte zurück.
Bester Athlet der Mannschaft war Abteilungsleiter Daniel Ginzinger mit starken sieben gültigen Versuchen und am Ende 730 kg bzw. 438 Punkten. Er zeigte gute 270 kg in der Kniebeuge und 185 beim Bankdrücken. Im Kreuzheben steigerte er sich auf einen Bestwert von 275 kg.
Wolfgang Strasser zeigte sich in einer beständigen Form. Mit acht gemachten und gültigen Versuchen zeigte er einen nahezu perfekten Wettkampf mit Luft nach oben. In den Disziplinen Bankdrücken und Kreuzheben zeigte er Bestwerte. Mit einem Total von 647,5 kg steuerte er solide 410 Punkte zum Mannschaftskonto bei.
Sicherheitsmann Florian Tikwe zeigte wieder einmal, dass noch eine Menge Potenzial in ihm steckt. In der Kniebeuge zeigte er starke 235 kg, die noch eine Menge Luft nach oben prophezeiten. Im anschließenden Bankdrücken konnte er sichere 145 kg in die Wertung bringen und scheiterte noch knapp an den magischen drei Zentnern, die sicher bald fallen werden. Im Kreuzheben konnte er leider nur noch seinen Einstiegsversuch von 200 kg in die Wertung bringen. Die Steigerungen auf 210 und 220 kg waren technisch ungültig gewertet worden. Nachdem Ausfall von Rieger konnte er noch 580 kg bzw. 397 Punkte zum Mannschaftsergebnis beitragen.

Am Ende konnte sich die erste Mannschaft des STC Bavaria 20 Landshut mit noch starken 1246 Punkten aus der zweiten Runde den Bronzeplatz dieser Bayernligasaison sichern.

KSC Frauenau

 
Die Niederbayern zeigten sich in der Rückrunde in nahezu Bestbesetzung. Punktegarant Nummer Eins war wieder einmal Michael Herzog. Er zeigte mit 675 kg im Total eine stabile Leistung. Besonders zu erwähnen sind hier die 190 kg auf der Bank bei nicht einmal 87 kg Körpergewicht. Am Ende brachte er gute 439 Relativpunkte in die Mannschaftskasse ein.
Das größte Talent des KSC, Max Schröder, zeigte sich in seinem ersten Saisoneinsatz in guter Form. Mit knapp 83 kg Körpergewicht bewältigte der Jugendliche glatte 600 kg und kassierte dafür 402 Relativpunkte. Auf so einen jungen Bubn müssen die Frauenauer bauen!
Christian Hagl hätte dicht an die 400er Marke heran kommen können. Hätte … leider gelang ihm auf der Bank kein sauberer Versuch, so dass nur die Kniebeuge -und Kreuzhebeversuche gezählt werden konnten. Aber er ist noch jung und wird aus seinen Fehlern lernen und schon zu den bayerischen Meisterschaften neue Bestleistungen zeigen.
Zum zweiten Mal an diesem Tag zeigte es sich wie wichtig ein vierter Mann ist. Das Superschwergewicht des Vereins um Lothar Pritzl, Andre Schober, sicherte den neuen Vereinsrekord von 1149 Punkten ab.

Die Niederbayern konnten sich um mehr als 40 Relativpunkte steigern und zeigten damit einen neuen Vereinsrekord und sicherten sich damit auch ihren vierten Platz der Vorrunde ab.

STC Bavaria 20 Landshut II

 

Die Nachwuchsmannschaft des STC Bavaria 20 Landshut konnte auch noch einmal ordentlich zulegen. Schwergewichtler Lars Krüger aus der „Trainingsgruppe Nürnberg“ zeigte mit 230 kg in der Kniebeuge, ordentlichen 150 kg auf der Bank und einem persönlichen Bestwert von 270 kg im Kreuzheben insgesamt 650 kg. Mit soliden 384 Relativpunkten erreichte er die stärkste Leistung der Juniorenmannschaft.
Eugen Feldbusch und Martin Michaelis zeigten mit 352 bzw. 351 Relativpunkten noch deutlich Potential nach oben.
Der eigentlich schon erfahrene Stefan Voss brachte in der Kniebeuge keine gültige Tiefe zusammen und viel damit als Sicherheitsmann aus.

1088 Punkte brachten die drei schlussendlich in die Wettkampflisten und schoben sich noch um einen Platz nach vorn auf den fünften von sechs angetretenen Teams.

Kampfgemeinschaft Puch-Höllhöhe

 
So hatten sich die Verantwortlichen des KSC Puch und KSV Höllhöhe bestimmt nicht vorgestellt. Zur Hinrunde nur drei aktive Heber und nun sogar in Mindestbesetzung von nur 2 Athleten trat die neuformierte Kampfgemeinschaft an. Martina Segerer musste kurzfristig absagen, da sie an einer Grippe erkrankt war. So mussten Altmeister Alexander Diepold und Punktegarant Jewgenij Kondraschow noch das Beste aus der Situation machen.
Jewgenij machte wie immer sichere 420 Relativpunkte und das ohne jegliches Equipment. Er zeigte den Tageshöchstwert im Kreuzheben von starken 305 kg.
Alexander steuerte mit seinen 75 Lenzen noch gute 299 Relativpunkte zum Total bei. Mit acht gültigen von acht Versuchen zeigte er eine souveräne Leistung.

Am Ende war mit einem Relativtotal von 720 Punkten am letzten Platz der Gesamtwertung aber nichts mehr zu rütteln.

ESV die Zweite

Vor heimischem Publikum wollten Guido Meier und André Reinwarth, wenn auch nicht in der Mannschaft trotzdem ihre Leistungen zeigen. Guido schaffte leider keinen gültigen Versuch in der Hantelkniebeuge. Er konnte aber auf der Bank und im Kreuzheben mit 135 bzw. 245 kg ansprechende Leistungen zeigen. Für André lief es mehr als optimal. Nach einer nicht enden wollenden krankheitsbedingten Zwangspause zeigte er ein Comeback nach Maß. Bei nur knapp über 86 kg Körpergewicht beugte er drei mustergültige Versuche auf 240 kg. Im Bankdrücken machte ihm das doch geringe Körpergewicht zu schaffen. In einem viel zu großem Hemd drückte er dennoch ordentliche 150 kg. Im Kreuzheben bezwang er wie auch in der Kniebeuge 240 kg. Mit 630 kg bzw. 411 Relativpunkten und noch deutlich Potential zeigte er sich bereit für neue Aufgaben.

Fazit
Die zweite Saison nach dem Neustart der Bayernliga Kraftdreikampf zeigte drei Mannschaften, die eigentlich dort nicht mehr hingehören. Der SC Oberölsbach, der ESV München-Neuaubing und der Stemmclub aus Landshut würden momentan im bundesweiten Vergleich (1. Runde Bundesliga) die Plätze sechs, acht und elf von sechzehn Mannschaften belegen. Das ist mehr als beachtlich. Alle drei haben noch deutliche Reserven in ihren Kadern und haben durch ihre Leistungen gezeigt, dass sie durchaus auch in der 1.Bundesliga bestehen könnten. Nach den Aufbaujahren ist es nun an der Zeit sich wieder mit Mannschaften auf Augenhöhe zu messen und die Bayernliga dazu zu nutzen wofür sie da ist, um den Nachwuchs zu fordern und fördern. Mit drei Vereinen mehr in der Südstaffel und regionalen Vorrunden sollte es doch möglich sein, gleichzeitig auf hohem Bundesliganiveau zu kämpfen und die Bayernliga an einem Tag starten zu lassen.

 

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Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de