Weltmeisterschaft im Bankdrücken der Masters 2018 (Classic)

Hinter uns liegen ereignisreiche Tage in Vantaa in der Nähe der finnischen Hauptstadt Helsinki und nun sind auch die dritten Weltmeisterschaften im Bankdrücken Classic aller Altersklassen Geschichte.

Vom Veranstalter wurde diese Meisterschaft sehr professionell organisiert. Das Team um Meetdirektor Kaj Mattila wurde von zahlreichen Helfern unterstützt, so dass die Akkreditierung ohne große Probleme erfolgen konnte. Einziges Manko war, wie bereits im Vorbericht erwähnt, die kurzfristige Änderung bei den Hotelbuchungen. Als Folge davon war unser Team auf verschiedene Hotels aufgeteilt. Das war zwar schade, aber nicht zu ändern. Der Wettkampf selbst fand im Scandic Aviacongress Center statt, in dem auch etliche unserer Athleten wohnten. Direkt daneben, im Scandic Aviapolis, war ebenfalls ein Teil des Teams untergebracht. Von hier aus konnte man bequem zu Fuß die Wettkampfstätte erreichen, was in Anbetracht der recht frühen Anfangszeiten beim Wiegen ein nicht zu unterschätzender Vorteil war. Ein Großteil der Athleten wohnte im weiter entfernten Hotel Bonus Inn und war auf das Shuttle angewiesen. Der Transport hat reibungslos geklappt.

Hauptgrund für die Änderung bei den Hotelbuchungen war wie bereits vermutet die überraschend hohe Anzahl von Teilnehmern. Waren 2017 in Killeen noch 319 Athleten (207 Männer, 112 Frauen) bei der WM gestartet, so hat sich 2018 die Gesamtteilnehmerzahl auf 568 erhöht. Ein Grund dafür ist sicher der Austragungsort Helsinki, der besonders für die skandinavischen Länder attraktiv ist und auch Athleten aus Osteuropa die Teilnahme ermöglicht. Zum anderen ist es ein weiterer Beweis dafür, dass sich der Classic-Bereich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Aufgrund der großen Teilnehmerzahl wurde der Zeitplan mehrfach geändert und die erste Waage fand bereits um 7:00 Uhr statt. Nicht gut für Athleten, die es gewohnt sind, am Abend zu trainieren. Der Zeitplan hat gut gepasst, es kam weder zu großen Pausen noch zu Verzögerungen im Ablauf.

Für die WM war ein großer Teil des Hotels reserviert. Im geräumigen Aufwärmraum fanden Kleiderkontrolle und das Einstellen der Ständerhöhe statt. Die Waage war im selben Raum und durch Trennwände abgeteilt. Gleich nebenan befand sich der Zuschauerraum mit der Wettkampfplattform. Bei der unmittelbaren Vorbereitung konnte man wie gewohnt das Geschehen auf Bildschirmen verfolgen. Damit hatte jeder Athlet optimale Bedingungen für einen erfolgreichen Wettkampf. Moderiert wurden Wettkampf und Livestream wechselseitig von Mervi und von Gino, die beide sachkundig die Versuche und Athleten kommentierten.

Die Stimmung und der Zusammenhalt im Team waren wie immer sehr gut. Viele haben unaufgefordert betreut, im Aufwärmraum die Scheiben aufgelegt, Steigerungskarten abgegeben, beim „Pokern“ aufgepasst und der Rest hat angefeuert. So macht der Wettkampf Spaß!

Im Vergleich zum Vorjahr fand in manchen Klassen eine regelrechte Leistungsexplosion statt. Gerade bei den Senioren setzte eine regelrechte Rekordjagd ein.

Männer AKIV

Schon in der AKIV war mancher Titel nicht ohne Weltrekord zu holen. In der leichten Klasse bis 59 kg fiel der erste Rekord. Der Japaner Takeshi Shirakawa siegte mit 110 kg. In der Klasse bis 74 kg wurde Lothar Koehl seinen Weltrekord an den Finnen Antero Kauranen los, der mit 125,5 kg vor Lothar (122,5 kg) gewann. Auch Horst Lorenz (bis 83 kg) hatte es mit Weltrekordlern zu tun. Es siegte der Japaner Iida Yasushi mit neuem Weltrekord von 135,5 kg, Horst belegte mit 117,5 kg den dritten Platz. Werner Richter zeigte uns, dass nicht nur die Japaner gut vorbereitet Rekorde erzielen. Mit seinen 176 kg und 180 kg verbesserte er seinen eigenen Weltrekord gleich 2x und sicherte sich damit auch den zweiten Platz in der Relativwertung. Relativ besser war nur der Finne Mikko Seikkula, der mit Weltrekord (189 kg), was sonst, die Klasse bis 120 kg gewann.

In der Mannschaftswertung belegte das deutsche Team den zweiten Platz.

Männer AKIII

In der Klasse bis 83 kg, in der Detlef Heinrich startete, wurde der bestehende Weltrekord des Finnen Reima Hakkinen (148,5 kg) gleich 5x verbessert, u. a. auch zwei Mal von Detlef Heinrich (157,5 kg und 160,0 kg). Sieger war am Ende Isu Junichi aus Japan mit dem Weltrekord von 162,5 kg, Detlef mit 160 kg zweiter und der bisherige Weltrekordinhaber landete auf dem siebten Platz. Weitere Weltrekorde fielen in der Klasse bis 120 kg durch den Letten Reinholds Dainis, der souverän mit 192,5 kg gewann. Er ließ damit unseren Athleten Werner Wieninger (175 kg, 2. Platz) und Hans-Peter Falk (150 kg, 4. Platz) keine Chance.

Männer AKII

Leider ohne Medaille blieben die Männer unseres Teams in der AK II, wobei mit drei vierten Plätzen (Rudolf Pleithner, Wolfgang Zimmermann und Georg Haug) durchaus die Chance bestand. Weltrekorde erzielten Damian Fronzaglia (USA, bis 74 kg / 180 kg) und Alexey Nevekov (RUS, bis 83 kg/182,5 kg)

Männer AKI

Ebenfalls ohne Medaille blieben die Männer der AK I. Sascha Wolf (plus 120 lg) war am nähesten dran. Er wurde mit knappem Rückstand und einer Leistung von 215 kg vierter. Alle anderen Athleten haben einen guten Wettkampf gezeigt und ihre Leistung von der Deutschen Meisterschaft im Wesentlichen bestätigt.

Frauen AKIII

Einzige deutsche Starterin war Eva Speth, die mit 92,5 kg ihren eigenen Weltrekord einstellte und in der Relativwertung den dritten Platz belegte.

Frauen AKII

Erfolgreich wie eh und je präsentierten sich die Athletinnen der AK II. Marion Friedrich gewann ihre Klasse (bis 47 kg) souverän mit 75 kg und sicherte sich damit den dritten Platz in der Relativwertung. Sicher wie immer gestaltete Regina Haas (bis 72 kg) ihren Wettkampf und holte sich den Titel mit neuem Weltrekord von 107 kg. Das bedeutete gleichzeitig den Sieg in der Relativwertung der AK II. In derselben Gewichtsklasse bestritt Ursula Häuser ihre vorletzte WM in der AK II und belegte mit 80 kg den vierten Platz.

Frauen AKI

Verstärkung aus den Reihen der Aktiven bekamen die Frauen der AK I durch Silvia Stütz. Bei ihrem ersten Start bei den Senioren gewann Silvia ihre Klasse bis 63 kg mit einer Leistung von 90 kg. Gerade in den letzten Jahren waren unsere Frauen der AK I wenig bei internationalen Meisterschaften vertreten, deshalb ist es gut, wenn starke Athletinnen aus den Reihen der Aktiven zu den Senioren nachrücken!

Nach längerer Pause kehrte Eva Gall auf die internationale Bühne zurück und sicherte sich in der Klasse plus 84 kg mit 107,5 kg die Silbermedaille.

Die Frauen AKI erreichten in der Mannschaftswertung den zweiten Platz.

Ergebnis Frauen

 

 

 

Klasse

Leistung

Platz

 

Rummel, Martina

AK I

-57kg

65 kg

4

 

Stütz, Silvia

AK I

-63 kg

90 kg

1

 

Brandt, Simone

AK I

-63 kg

65 kg

6

 

Müller-Freye, Karina

AK I

-84 kg

80 kg

4

 

Gall, Eva

AK I

+84 kg

107,5 kg

2

 

Friedrich, Marion

AK II

-47 kg

75 kg

1

 

Häuser, Ursula

AK II

-72 kg

80 kg

4

 

Haas, Regina

AK II

-72 kg

107 kg

1

 

Speth, Eva

AK III

+84 kg

92,5 kg

1

 

 

Ergebnis Männer

 

 

 

Klasse

Leistung

Platz

 

Staegemann, Mike

AK I

-66 kg

115 kg

5

 

Bochmann, Danny

AK I

-83 kg

132,5 kg

6

 

Kühl, Jan

AK I

-105 kg

187,5 kg

7

 

Krämer, Thomas

AK I

-105 kg

177,5 kg

9

 

Wolf, Sascha

AK I

+120 kg

215 kg

4

 

Pleithner, Rudi

AK II

-66 kg

102,5 kg

4

 

Sackretz, Heiko

AK II

-66 kg

95 kg

5

 

Berndt, Roy

AK II

-83 kg

152,5 kg

6

 

Bock, Frank

AK II

-83 kg

145 kg

9

 

Zimmermann, Wolfgang

AK II

-120 kg

195 kg

4

 

Schult, Torsten

AK II

+120 kg

195 kg

5

 

Haug, Georg

AK II

+120 kg

200 kg

4

 

Heinrich, Detlef

AK III

-83 kg

160 kg

2

 

Hirner, Arthur

AK III

-83 kg

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---

 

Wieninger, Werner

AK III

-120 kg

175 kg

2

 

Falk, Hans-Peter

AK III

-120 kg

150 kg

4

 

Diepold, Alexander

AK IV

-66 kg

92,5 kg

2

 

Koehl, Lothar

AK IV

-74 kg

122,5 kg

2

 

Lorenz, Horst

AK IV

-83 kg

117,5 kg

3

 

Ramsauer, Georg

AK IV

-105 kg

117,5 kg

3

 

Richter, Werner

AK IV

-105 kg

180 kg

1

 

Allen Athleten, Betreuern und Fans danke ich für die Teilnahme, die Unterstützung und die gute Stimmung.

 

Eva Speth
Referentin für Bankdrücken der Senioren im BVDK e. V. 

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de