Weltmeisterschaften im Kraftdreikampf der Aktiven im schwedischen Halmstad

Das schwedische Team hat sich gut auf diese Wettkämpfe vorbereitet. Der Hauptsponsor Eleiko, der seinen Hauptsitz in Halmstad hat, hat den schwedischen Verband in allen Belangen gut unterstützt. Das deutsche Team wurde gut untergebracht, sodass diese die Trainingsstätte, dem Crossfit Halmstad und die Wettkampfstätte der Halmstad Arena gemütlich in 15 Minuten zu Fuß erreichen konnten.

Die Wettkämpfe für das deutsche Team begannen gleich am ersten Tag. Am Montag war Anja Schreiner in der Klasse bis 47 kg am Start. In der Kniebeuge setzte es die ersten beiden neuen deutschen Rekorde. Nach gültigen 137,5 kg gab es noch 145 kg und 150 kg, die sie gültig bewältigen konnte. Das Bankdrücken begann auf Grund der drei eingeteilten Gruppen erst nach über einer Stunde und so gestaltete sich das Warmmachen nicht optimal. Begonnen wurde im Wettkampf dann mit 90 kg, die auch stabil von der Brust kamen. Die gewählten 95 kg aus dem zweiten Versuch sahen nicht mehr so schön aus. Dementsprechend wurde auf sichere 97,5 kg gesteigert, die dann wieder einwandfrei mit Luft nach oben kamen. Auch zum Kreuzheben hieß es erst einmal warten. Trotzdem kamen auch hier drei gute Versuche und ein neuer Bestwert für Anja. 120 kg, 127,5 kg und 132,5 kg gingen in die Wertung. Mit 380 kg im Total steigerte sie den deutschen Rekord und belegte den siebten Platz ihrer Klasse.

Am Donnerstag ging es dann mit Cathrin Silberzahn weiter. Sie hob im Limit bis 72 kg der Frauen und legte ebenfalls einen perfekten Wettkampf hin. Auf den Europameisterschaften in Pilsen endete das Kniebeugen noch mit 217,5 kg, hier begann die Serie mit 220 kg und ging weiter über 225 kg und endete mit 230 kg. Das Bankdrücken gestaltete sich stabiler als das Training versprach. 135 kg, 140 kg und 145 kg gingen gültig in die Wertung. Im Warmmachen zum Kreuzheben schien es, als hätte Cathrin die Technik komplett daheim gelassen. Auf der Bühne konnte sie dann aber drei blitzsaubere Versuche zeigen, die sich über 180 kg, 190 kg und die langangestrebten 200 kg steigerten. Damit konnte sie den deutschen Rekord im Total auf 575 kg steigern und einen guten fünften Rang erreichen.

Direkt weiter ging es mit den Männern bis 105 kg. Martin Lange konnte sich für die A-Gruppe qualifizieren und durfte somit mit den stärksten der stärksten Seite an Seite kämpfen. In der Kniebeuge gingen dann auch gleich alle Versuche in die Wertung. 345 kg, 352,5 kg und 357,5 kg beugte er zur Zufriedenheit des Kampfgerichts. Auch im Bankdrücken zeigte er sich verbessert zu den Leistungen aus Pilsen. 250 kg, 257,5 kg und 262,5 kg gingen gültig in die Wertung. Im Kreuzheben steigerte er sich von 300 kg auf 310 kg und scheiterte denkbar knapp an den geforderten 317,5 kg aus der dritten Runde durch einen Technikfehler. Mit 930 kg im Total belegte Martin schließlich Platz sieben in einem 18 Mann starken Feld.

Am Freitag ging dann das Schwergewicht an den Start und damit Dominik Pahl und Christoph Seefeld. Christoph qualifizierte sich für die B-Gruppe und Dominik hob in der A-Gruppe. So mussten beide parallel betreut werden. Zu viert stellte das aber kein Problem dar. Christoph beugte nach starken 342,5 kg auch noch 350 kg. An der neuen Bestleistung von 357,5 kg scheiterte er leider dieses Mal noch im letzten Moment. Dominik zeigte nach seinem Loch in Pilsen stabile Beugen trotz einer Muskelverhärtung aus dem Abschlusstraining. 375 kg gingen im ersten Versuch in die Wertung. 382,5 kg waren ebenfalls gut und bedeuteten eine neue persönliche Bestleistung. Der dritte Versuch über 387,5 kg war dann aber doch zu viel des Guten für das Knie und somit kam der Versuch nicht in die Wertung.
Nachdem das letzte Training recht wackelig für Christoph war, wurde vorsichtig mit 267,5 kg im Bankdrücken begonnen. Dem folgten stabile 275 kg. Im dritten Durchgang sollte es dann an 285 kg gehen. Diese bewegten sich auch sauber von der Brust, aber im Lockout versagte der Ellenbogen und die Hantel ging in die Ständer. Im Bankdrücken und Kreuzheben musste das Knie von Dominik dann leicht fixiert werden damit er die Spannung aufbauen bzw. halten konnte. Auf der Bank gab es gute 270 kg im ersten Versuch, die 275 kg aus der zweiten Runde zeigten dann aber schon die Grenzen für den heutigen Tag auf. Nachdem er diese noch gültig bewältigen konnte, wurde auf den dritten Versuch verzichtet.
Das Kreuzheben stabilisierte sich bei Christoph dann von Versuch zu Versuch. 290 kg bewegten sich noch ein wenig behäbig vom Boden. Die 300 kg aus der zweiten Runde wurden dann aber dynamisch gezogen und im dritten Durchgang gab es dann sogar noch 310 kg für das Total. Im Kreuzheben stieg Dominik dann mit lockeren 300 kg in die Konkurrenz ein und steigerte auf gute 317,5 kg und abschließend noch 322,5 kg. Mit 935 kg bzw. 982,5 kg belegten Christoph und Dominik die Plätze neun und zehn. Christoph konnte sich damit um drei Plätze zur Meldeliste verbessern.

Fazit:

Die Athletinnen und Athleten zeigten sich technisch und kräftemäßig verbessert und konnten ihre Leistungen steigern. Aber immer noch sind Reserven zu sehen, sei es technisch und oder auch im Umgang mit dem Equipment. Wenn wir weiter an diesen und weiteren Baustellen arbeiten, sollten in Zukunft auch Medaillenplätze bei einer Weltmeisterschaft zu erklimmen sein.

Zum Schluss möchte ich mich im Namen des Kaders beim Trainer und Betreuerteam um Dietmar Wolf und Rolf Hampel und den mit gereisten Kampfrichtern Rosina Polster, Veronika und Jewgenij Kondraschow für die geleistete Arbeit bedanken. Das Sportler-Quintett trat als eine Einheit auf und half und feuerte sich gegenseitig an. Teamplay wurde großgeschrieben.

 

 

Marc Polster

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de