Wer holt den Gesamtsieg beim 28. Bavaria-Cup im Kreuzheben?

Caroline Garhammer-Vogt aus der Schweiz, Mykola Grapp (SV Quitt Ankum) und die Mannschaften von PSV Salzburg (Frauen) und KSV Renchtal (Männer) waren im letzten Jahr die großen Gewinner der Bavaria-Löwen, die der Stemmclub Bavaria 20 Landshut jedes Jahr an die Gesamtsieger des internationalen Kreuzheberturniers „Bavaria-Cup“ verleiht. Am letzten Juni-Wochenende steht die 28. Austragung bevor und wer sich dieses Mal an die Spitze setzen wird, bleibt abzuwarten.

Bisher griffen seit der Einführung im Jahr 1990 anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Stemmclub Bavaria 20 Landshut exakt 2799 Kreuzheber in der Dreihelmenstadt zur Hantel.

Zunächst beschränkte sich das Teilnehmerfeld auf Einzelwertungen, ab 1995 gab es auch Mannschaftswettbewerbe für Männer und ab 1996 für Frauen.

Die Teilnehmerzahlen erreichten 1996 mit 138 Startern ihren Höhepunkt. Seitdem schwanken sie beachtlich und liegen durchschnittlich bei 103.

In allen Gewichts- und Alterskategorien werden die Klassensieger gekürt, zusätzlich gibt es eine Mannschaftswertung für beide Geschlechter.

Mit großer Spannung erwartet man jedes Jahr die Auseinandersetzung um den kunstvoll von Ehrenmitglied Kurt Kaudelka gestalteten Bavaria-Löwen, der bei den Männern, Frauen und Mannschaften nach der Relativwertung vergeben wird.

Gesamtsieg-Spitzenreiterin ist seit 2009 die Rüsselsheimerin Gundula von Bachhaus  mit 227,1 kg relativ. Dahinter rangieren Caroline Garhammer-Vogt (219), Michaela Näfe (Chemnitzer PSV; 212,76), Birgit Fischer (FGV Zahna; 212,65) und Ana Geitner (USV TU Dresden; 211).

Bei den Männern steht immer noch der unvergessene Leichtschwergewichtler Giovanni Brunazzi mit 225,83 Punkten an der Spitze, als er 1995 sagenhafte 360 kg zog. Dass dieser „Jahrhundert-Rekord“ durchaus angreifbar ist, zeigte sich in den letzten beiden Jahren. 2015 schob sich der Mainzer Sascha Stendebach mit 216,63 Zählern auf Rang zwei, wurde aber im letzten Jahr von Mykola Grapp (SV Quitt Ankum) mit 220 Punkten abgelöst. Dahinter platzieren sich Valerij Kraus (KSV Sulzbach-Rosenberg; 212,84) und Christoph Erbs (VfB Klötze; 211,4).

Das „schwache“ Geschlecht hat bei der Häufigkeit von Gesamtsiegen die Nase vorn. Die erfolgreichste Athletin ist Ana Geitner (USV TU Dresden), die 2015 ihren sechsten Löwen einheimste, vor Anita Thimm (KSV Langen) mit vier Titeln. Weitere Mehrfachsiegerinnen waren bisher Irmgard Wohlhöfler (AC Power Burgau/3), Daniela Falck (STC Bavaria 20 Landshut/3), Eva-Maria Bachmeier (STC Bavaria 20 Landshut/2) und Gundula von Bachhaus (FC Rüsselsheim/2).

Die höchste Last, die jemals eine Frau beim Bavaria-Cup gehoben hat, war Ulrike Herchenhein vom KSV Langen. 1994 zog sie unglaubliche 242,5 kg.

Herbert Ebert aus Saarlouis ist nach wie vor der erfolgreichste Gesamtsieger der Männer. Er holte dreimal den Bavaria-Löwen. Doppelsiege feierten bisher Antonio Fidilio (SV Coburg-Ketschendorf), der für SV Siegfried Nordwest hebende Italiener Giovanni Brunazzi, Valerij Kraus (KSV Sulzbach-Rosenberg bzw. KSC Bochum), Jewgenij Kondraschwow (ASC Nürnberg-Süd und KSC Puch), Mario Schnurr (AC Oppenau), Christoph Erbs (VfB Klötze) und Sascha Stendebach (KSV Mainz 08).

Der 365-kg-Kraftakt von Martin Muhr (FC Ebenhofen) im Jahr 1997 verdient immer noch das Prädikat „das schwerste jemals beim Bavaria-Cup gehobene Gewicht“.

In der Mannschaftswertung machten sich die Sonneberger Damen mit sieben Siegen auf nicht abschätzbare Zeit unantastbar. Den Rekord hielt FGV Zahna bis 2004 mit 707,13 Punkten, danach wird der PSV Sonneberg mit 456,65 Zählern geführt, da eine Frauenmannschaft an diesem Zeitpunkt nur noch aus drei Athletinnen bestehen muss.

Erfolgreichste Staffel mit vier Siegen und auch Rekordhalter mit 760,20 kg relativ ist bei den Männern der VfB Klötze vor Corpus Fitness Weightplayers (früher PLC Gerlingen) und dem Bavaria Landshut mit jeweils drei Titeln.

Die Bavaria-Cup-Rekordliste bietet willkommene Anreize. Nachdem 2011 durch die Einführung neuer Gewichtsklassen die ursprünglichen Werte eingefroren werden mussten, purzeln die Rekorde zuhauf und auch dieses Jahr ist wieder eine „Rekordwelle“ zu erwarten.

Das Teilnehmerfeld wird auch 2017 hauptsächlich aus Kraftsportbegeisterten aus dem Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz bestehen.

Der Stemmclub Bavaria 20 Landshut mit Abteilungsleiter Andre Ignor und Vorstand Daniel Ginzinger stehen mit ihrem bewährten Team bereit, der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu verleihen.

 

Dr. Karl Greiner

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de