Western European Championships 2018 in Hamar/Norwegen

 Vom 14. bis 16. September fanden die Westeuropameisterschaften im Kraftdreikampf Classic und Equipped in Hamar / Norwegen statt. Die deutsche Delegation konnte bei den Frauen mit Equipment und den Classic Herren endlich eine komplette Mannschaft stellen. Bei den Frauen im Classic und Männern mit Equipment war dies leider noch nicht möglich.

Lea Kannowski war die einzige Frau im Classic-Bereich und konnte mit acht gültigen Versuchen überzeugen. Lediglich ihr zweiter Beugeversuch blieb durch eine Unkonzentriertheit auf der Bühne. Mit 110 kg in der Beuge, 70 kg auf der Bank und 132,5 kg im Kreuzheben konnte sie in allen Disziplinen ihre direkte Kontrahentin aus den Niederlanden auf Abstand halten und natürlich auch im Total die Goldmedaille in Empfang nehmen. Mit 312,5 kg im Total konnte sie ihre Leistung aus Calgary bestätigen und den Titel bis 52 kg einfahren.

Bei den Herren machte Stefan Pagelsen den Anfang in der Classic-Klasse bis 83 kg. In der Kniebeuge konnte er erstmals 220 kg verbuchen und scheiterte dann leider an 230 kg. Auf der Bank und im Kreuzheben gab es dann aber keinen Fehlversuch mehr. 165 kg drückte er gültig zur Hochstrecke. Im Kreuzheben gab es die größte Steigerung. Hier zog er 285 kg und sicherte sich die Bronzemedaille im Total in einer engumkämpften Gewichtsklasse. Mit 670 kg erreichte er auch erstmals die A-Nationalkadernorm und das auf internationaler Bühne.

In der Classic-Klasse bis 93 kg hatten Bernhard Klinger und Hendrik Wobst es schwer Fuß zu fassen. In den Einzeldisziplinen gab es aber schon gute Ansätze. In der Kniebeuge konnte Hendrik 262,5 kg gültig in die Wertung bringen und die zweithöchste Last bewegen. Bernhard ging hier nach zwei gültigen Versuchen mit 235 kg aus dem Wettkampf. Auf der Bank zeigte sich Hendriks Achillesferse. Lediglich 145 kg aus dem ersten Versuch gingen hier in die Wertung. Bernhard überzeugte hier mit starken 180 kg. Ihn konnte nur Even Liland Bless aus Norwegen überbieten. Im Kreuzheben behinderte dann eine Muskelverhärtung bei Hendrik eine bessere Leistung. Nach 262,5 Kilogramm blieb die Hantel zweimal der Sieger. Mit 670 kg im Total belegte der Junior den neunten Rang. Bernhard zog sich zu 277,5 kg und stabilen 692,5 kg im Total und dem sechsten Rang.

Friedrich von Henning konnte im Classic-Limit bis 105 kg mit guten Leistungen überzeugen. In der Kniebeuge brachte er alle Versuche und am Ende 275 kg in die Wertung. Im Bankdrücken blieben nach guten 175 kg nur die 180 kg auf der Bühne. Im Kreuzheben sicherte er sich dann mit 310 kg und 325 kg nicht nur den Titel in dieser Klasse, sondern dazu noch den Western European Rekord im Kreuzheben. Mit 775 kg im Total übertraf er die A-Norm der Männer und setzte sich in der Gesamtwertung der Männer auf Platz sechs mit 464 Relativpunkten.

Im Classic-Schwergewicht konnte Robin Meineke nicht sein volles Potenzial zeigen. Mit Knieproblemen in der Vorbereitung ging es der Bundestrainer sachte an. Im Kniebeugen gab es dann doch noch lockere 240 kg. Im Bankdrücken konnte er dann alle drei Versuche und damit 185 kg in die Wertung bringen. Im Kreuzheben zeigte er dann noch einmal ein tadellose Leistung mit 295 kg. 720 kg im Total brachten am Ende den vierten Rang.

Die Classic Männer konnten mit 32 Teampunkten den vierten Platz hinter Norwegen, Schweden und Belgien belegen.

Bei den Frauen mit Equipment bestand das Team aus Anja Schreiner, Katja Broxtermann, Elke Erbs und Sofia Walter.

Anja Schreiner konnte einen perfekten Wettkampf in der Klasse bis 47 kg hinlegen und alle Versuche gültig bewältigen. In der Kniebeuge setzte es nach gültigen 132,5 kg und 137,5 kg den ersten deutschen Rekord von 142,5 kg. Im Bankdrücken gab es ebenfalls drei gute Versuche bis 95 kg. Im Kreuzheben kam die langersehnte Steigerung endlich auf die Bühne. Nach gültigen 110 kg und 120 kg zog das Leichtgewicht auch die 130 kg zur Hochstrecke und besiegelte damit den nächsten deutschen Rekord mit 367,5 kg im Total. Mit 367,5 kg legte sie auch den ersten Platz und damit den Grundstein für die Damenmannschaft.

In der Klasse bis 72 kg gingen Katja Broxtermann und Elke Erbs an die Hantel. Für Katja war es der erste internationale Start im Kraftdreikampf und für Elke war es ein Comeback nach der internationalen Kinderpause.

Im Kniebeugen zeigten beide, dass sie das Maß dieser Klasse sind. Elke beugte drei gute Versuche und 202,5 kg und Katja 185 kg. Im Bankdrücken konnte Elke endlich die zwei Zentner bewältigen und Katja drückte mit 127,5 kg die Höchstlast der Gewichtsklasse. Im Kreuzheben musste Katja deutlich unter ihren Ansprüchen bleiben. Mit „nur“ 155 kg beschloss sie ihren Wettkampf auf dem sicheren zweiten Platz. Hier müssen die nun schon länger anhaltenden Rückenbeschwerden beseitigt werden, damit sie ihr volles Potenzial ausschöpfen kann. Elke zog sich dagegen mit 195 kg auf Platz eins und auf 497,5 kg im Total und steht damit knapp vor der A-Norm des BVDK.

Sofia Walter musste aus der gewohnten Klasse bis 72 kg ins Schwergewicht aufrücken, da nur zwei Athletinnen oder Athleten pro Klasse gemeldet werden dürfen. Also hieß es für Sofia die Juniorennorm der Klasse bis 84 kg zu bestätigen. In der Kniebeuge stand sie den Frauen der 72er in nichts nach. Nach drei gültigen Versuchen standen 190 kg und eine neue persönliche Bestleistung zu Buche. Auf der Bank gab es stabile 92,5 kg. Im Kreuzheben zog sie noch zwei gute Versuche über 140 und 150 kg und erfüllte damit die Juniorennorm der Klasse bis 84 kg nun international. 432,5 kg langten in der stärksten Klasse dieser Veranstaltung zu Platz sechs.

Mit 38 Teampunkten landeten die Frauen vor den beiden Teams aus Norwegen auf Platz eins und holten damit den Pokal für die stärkste Frauenmannschaft.

Bei den Männern traten noch Philipp Schweda bis 93 kg Körpergewicht an und Tobias Persen bis 105 kg.

Philipp Schweda verbesserte gleich im Kniebeugen den deutschen Rekord und den Western European Rekord mit 346 kg. Auf der Bank gab es nach Schulterproblemen in der Vorbereitung doch noch stabile 240 kg nach drei guten Versuchen. Im Kreuzheben platzte der langersehnte Knoten. 265 kg, 275, und 282,5 kg gingen in die Wertung. Mit 868,5 kg im Total erreichte Philipp den zweiten Platz in dieser Klasse. Damit zeigte er, dass die A-Norm nicht mehr weit weg ist und zu den deutschen Meisterschaften fallen sollte.

Nach einem missglückten Start bei Tobias Persen in der Kniebeuge mit 340 kg wurden diese erfolgreich wiederholt und sogar noch auf 350 kg erhöht. In der Bank wollte es absolut nicht laufen. Das Warmmachen verlief durchwachsen so dass die Startlast auf 260 kg gesenkt wurde. Diese Last kam aber erst im dritten Anlauf in die Wertung. Bis hierhin hatte es schon zwei seiner Kontrahenten erwischt. Diese schieden aus dem Wettkampf aus. Im Kreuzheben hat man sich dann für größere Steigerungen entschieden und so ging der Weg über 260 kg über 275 kg bis zu 290 kg auf eine neue persönliche Bestleistung und starken 900 kg im Total. Platz zwei war ihm damit nicht mehr zu nehmen und auch zur A-Norm fehlen ihm nur noch 15 kg.

Mit 546 bzw. 541 Relativpunkten belegten Philipp und Tobias den dritten und fünften Rang in der Gesamtwertung der Männer.

Fazit

Der norwegische Verband um Carl Ingvar Christensen sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe und kümmerte sich stets um gutes Material und Personal sowohl beim Warmmachen als auf der Bühne. Lediglich für die Preisverleihung und das damit verbundene Bankett war noch genügend Luft nach oben.

Innerhalb der deutschen Mannschaft herrschte dagegen eine gute und immer kollegiale Stimmung, obwohl sich manche Athleten und Betreuer zum ersten Mal im Wettkampf gesehen haben.

Im Namen des Trainerteams um Dietmar Wolf, Sascha Krause und meiner Wenigkeit bedanke ich mich bei den Athletinnen und Athleten für die gezeigten Leistungen und den beiden Kampfrichterinnen Rosina Polster und Marina Keil für die Dienste neben der Plattform.

 

Marc Polster

Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.
www.bvdk.de